AK: Neue Fahrgastrechte auch für Monatskartenbesitzer

Fahrpreiserstattung bei Unpünktlichkeit ausweiten / Auch ausgefallene Züge müssen in die Pünktlichkeitsstatistik

Wien (OTS) - Mit den neuen Rechten für Bahnfahrgäste im Nahverkehr wurde vor einem Jahr ein großer Schritt für mehr Qualität im Nahverkehrsangebot für die PendlerInnen ge-macht. "Damit sind die österreichischen Bahnen führend in Europa. Aber das ist kein Grund, sich zufrieden zurückzulehnen", sagt AK Verkehrsexpertin Doris Unfried . Denn bislang gilt die Fahrpreiserstattung bei Unpünktlichkeit, nur für etwa 50 Prozent der PendlerInnen, nämlich nur für die BesitzerInnen von Jahreskarten. Das muss sich ändern:
"Auch Monatskartenbesitzer sollten die Möglichkeit haben, sich bei Unpünktlichkeit Geld zurückzuholen", so Unfried. Sie fordert außerdem eine genauere Pünktlichkeitsstatistik von der Bahn. Nicht nur verspätete, sondern auch ausgefallene Züge müssen in diese Berechnungen aufgenommen werden. Die finden bislang nämlich keinen Eingang in die Pünktlichkeitsbilanzen der Bahn. "Für die Bahnkunden und Bahnkundinnen ist das kaum verständlich: Für sie bedeuten Zugausfälle nämlich de facto auch Verspätungen", so Unfried.

Bisher können sich nur Fahrgäste mit Jahreskarten bei Unpünktlichkeit Geld zurückholen. Monatskarten etwa sind nicht mit einem Foto versehen und nicht personengebunden. Das kann man leicht ändern, wenn die Monatskarten auch auf Wunsch mit einem Foto versehen werden. "Fahrgast ist Fahrgast. Ziel muss es sein, jedem die Chance zu geben, sich bei Unpünktlichkeit Geld zurückzuholen", so Unfried.
Um die Qualität des Angebots langfristig zu sichern und zu verbessern fordert die AK: Qualitätskriterien wie Komfort der Fahrzeuge, Benutzerfreundlichkeit oder abgestimmte Fahrpläne müssen schon bei der Auswahl des Verkehrsdienstleisters eine entscheidende Rolle spielen. Außerdem müssen schon beim Angebot von Verkehrsdienstleistungen wichtige Sozialstandards wie etwa Aus- und Weiterbildung des Personals, aber auch Lohn- und Arbeitsbedingungen offengelegt werden. Beim Nahverkehrsgesetz, das jetzt novelliert wird, muss genau darauf Wert gelegt werden.
Um ein gutes öffentliches Verkehrsangebot auf Dauer zu garantieren, braucht es außerdem einen Qualitätsbeirat, der regelmäßig die Leistungen der Verkehrsunternehmen prüft und Empfehlungen zur Verbesserung ausspricht. Die AK hat hierfür ein klares Konzept vorgeschlagen. Es sieht mehr Transparenz und die Mitsprache der AK als gesetzliche Interessenvertretung der Fahrgäste vor.

Deshalb fordert die AK:
+ Fahrgastrechte ausweiten: Auch wer eine Monatskarte besitzt, muss die Möglichkeit bekommen, bei Unpünktlichkeit sein Geld zurückzuholen und ausgefallene Züge sind mitzuzählen.
+ Qualität sichern: Ein neuer Qualitätsbeirat muss geschaffen werden. Er gibt Empfehlungen zur Gestaltung und Bewertung von der Qualität der Bahn in öffentlichen Dienstleistungsaufträgen, im Gemeinwirtschaftlichen Leistungsvertrag des Bundes und in den Verkehrsdienste-Verträgen der Länder. Er verfasst Berichte über deren Einhaltung und gibt Empfehlungen zur Weiterentwicklung.
+ Lohn- und Sozialdumping verhindern, Ausbildung sichern: Fairen Wettbewerb auf der Schiene kann es nur geben, wenn er nicht auf dem Rücken der ArbeitnehmerInnen ausgetragen wird. Nur wenn konkurrierende Unternehmen gleiche Sozial- und Qualitätskriterien erfüllen müssen, etwa auch in der Ausbildung des Personals, kann die ausschreibende Stelle Angebote auch vergleichen. Dies gilt umso mehr, wenn durch Ausschreibungen oder andere Wettbewerbsverfahren ein neuer Betreiber ausgewählt wird.

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