Neues Volksblatt - "Fragen" von Michael KALTENBERGER

Ausgabe vom 15. Juni 2011

Linz (OTS) - Sitzenbleiben ist neuerdings ein Unwort. Und zwar derart, dass sogar das Nicht-Sitzenbleiben, auf das sich gestern die Koalition geeinigt hat, mit "Modulare Oberstufe" umschrieben wird. "Name ist Schall und Rauch", lässt der Dichterfürst Goethe den Faust sagen, und: "Gefühl ist alles." Und dieses Gefühl lässt Zweifel aufkommen, ob einer, der in drei Gegenständen nicht mitgekommen ist, in der nächsten Klasse den alten und neuen Stoff - der auf dem aufbaut, was er noch nicht begriffen hat - lernen kann; und alles andere dazu.
Zugegeben: Es soll Stützlehrer geben. Aber auch da kommt wieder dieses Gefühl: Woher sollen die Helfer kommen, wenn es nicht einmal genug Mittelschullehrer für die Neue Mittelschule gibt; weshalb ja in der NMS für die vorgesehenen Professoren Hauptschullehrer einspringen müssen. Und: Wie werden die zusätzlichen Mittelschullehrer für die neuen Schulmodelle finanziert?
Fragen über Fragen, auf die es noch keine Antworten gibt. Aber vielleicht werden die Antworten in den nächsten Tagen nachgereicht. Derzeit hat man den Eindruck, als würde die Ministerin da ein wenig drüberturnen.
Und wieder hat Goethe die Worte dafür gefunden, wenn auch noch nicht gegendert:
Grau, teurer Freund, ist alle Theorie. Und grün des Lebens goldner Baum.

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