Volkshilfe: Umfrage zu Asyl zeigt bedenkliche Stimmungslage in Österreich

Weidenholzer: Vorurteile fallen nicht vom Himmel, sondern werden durch politische Entscheidungsträger gemacht

Wien (OTS) - Anlässlich der heutigen Veranstaltung von UNHCR und Volksanwaltschaft, bei der die von UNHCR in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage "Asyl - Die Stimmungslage in Österreich" präsentiert und diskutiert wurde, sagt Univ. Prof. Dr. Josef Weidenholzer: "Wir brauchen dringend einen Richtungswechsel in der Politik. Die Verhetzung von Menschen, die in Österreich Asyl suchen, muss endlich ein Ende haben. Österreich muss wieder stolz werden auf seine Tradition als Aufnahmeland für Flüchtlinge."

Laut Umfrage ist das Wissen über AsylwerberInnen und Flüchtlinge in Österreich sehr gering, die Einstellungen werden von Vorurteilen und Falschinformationen geprägt. So stellte sich heraus, dass etwa die Hälfte aller ÖsterreicherInnen zunächst negative Assoziationen hat, wenn man sie zum Thema Asyl befragt. Außerdem sind auch nur etwas mehr als die Hälfte aller ÖsterreicherInnen der Meinung, "Asylsuchende kämen wegen politischer Verfolgung nach Österreich." Knapp zwei Drittel glauben, sie würden das "in der Hoffnung auf ein besseres Leben" tun.

Immerhin 45% vertreten die Ansicht, Asylsuchende sollten eine Arbeitserlaubnis bekommen, aber 38% meinen, sie sollten keinen Zugang zum Gesundheitssystem haben. Der Volkshilfe Präsident dazu: "Die vorhandenen Vorurteile und negativen Assoziationen kommen nicht aus dem Nichts. Sie wurden in den letzten Jahren systematisch gemacht von einer Politik, die Asyl in erster Linie mit Missbrauch gleichsetzt und nicht mit dem Menschenrecht auf Schutz vor Verfolgung." Ein Umdenken sei notwendig, sowohl auf der Ebene der symbolischen Politik - Menschen, die sich Österreich niederlassen, sind eine Bereicherung, keine Bedrohung - als auch auf der faktischen Ebene - im Abbau von Integrationshürden. "Es gibt in Österreich zahlreiche Hürden, die eine erfolgreiche Integration verhindern. So sehr die Einrichtung eines Staatsekretariats für Integration aus Sichte der Volkshilfe begrüßt wird, so sehr müssen wir davor warnen, dass Leistung und Ausbildung und unmittelbarer Nutzen für die Wirtschaft zu den einzigen Voraussetzungen für erfolgreiche Integration werden. Als Organisation, die sich den Schwächsten der Gesellschaft verschrieben hat, müssen wir auch an jene denken, die sich etwa eine gute Ausbildung nicht leisten konnten." Im Bericht der Volksanwaltschaft vom Jahr 2010 werden unter anderem die Einkommenser-fordernisse zur Erlangung der Staatsbürgerschaft kritisiert. "Zu arm für die Österreichische Staatsbürgerschaft?" lautet daher auch die entsprechende Überschrift im Bericht.

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