Schmied zu Oberstufe NEU: Sitzenbleiben im großen Stil gehört bald der Vergangenheit an

Bildungsministerin präsentiert nächste Schritte der Bildungsreform - Oberstufe NEU und Integration nach der 8. Schulstufe ab nächster Woche in Begutachtung

Wien (OTS/SK) - Bildungsministerin Claudia Schmied hat heute, Dienstag, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit SPÖ-Bildungssprecher Elmar Mayer und ÖVP-Bildungssprecher Amon die nächsten Schritte der Bildungsreform präsentiert. "Es ist uns ein großes Anliegen, einerseits die Bildungswege effizienter zu gestalten und andererseits besser auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler einzugehen", betonte Schmied. Mit der Oberstufe NEU und der Integration nach der 8. Schulstufe habe man zwei wichtige Pakete geschnürt, um das österreichische Bildungssystem nachhaltig zu reformieren. "Mit der Oberstufe NEU werden Klassenwiederholungen im großen Stil bald der Vergangenheit angehören", betonte die Bildungsministerin. ****

Nachdem die Mehrzahl der im 9-Punkte-Programm zur Bildungsreform enthaltenen Maßnahmen bereits beschlossen bzw. in Umsetzung sind (z.B. Ausbau der Neuen Mittelschule, Ausbau der schulischen Ganztagsbetreuung, Schulaufsicht NEU), wird nun mit der Oberstufe NEU ein weiterer Schritt gesetzt, um die Qualität an österreichischen Schulen zu erhöhen und Schüler besser auf das universitäre System vorzubereiten. Schulstufenwiederholungen sind vor allem ein Problem der Oberstufen. "Etwa zehn Prozent der Oberstufenschüler sind im derzeitigen System nicht berechtigt, in die nächste Schulstufe aufzusteigen", erläuterte Schmied. Eines der Kernziele des Regierungsprogramms ist daher, Klassenwiederholungen zu reduzieren. Die Oberstufe NEU sieht unter anderem ein modulares Kurssystem vor. Wiederholt werden müssen bei negativem Abschluss nur noch die einzelnen Module, positive Leistungen bleiben erhalten und der Klassenverband bestehen. Die Schüler können sich zudem einen Lernbegleiter wählen, der sie beim Nachholen des Lernstoffes unterstützt, außerdem werden von den Schulen Förderkurse abgeboten.

Kurssystem und individuelle Lernbegleitung sollen als "Frühwarnsystem" fungieren und pädagogisch schlechtes und volkswirtschaftlich teures Wiederholen ganzer Schulstufen verhindern, erklärte Schmied. "Bei der Oberstufe NEU kann damit gerechnet werden, dass bei durchschnittlich 60 Prozent der Schüler keine Schulstufenwiederholung mehr notwenig ist", Schulversuche an derzeit 27 Schulstandorten bestätigen dies, sagte Schmied.

Es gehe auch darum, "den Druck von den Eltern zu nehmen und allen gleiche Chancen einzuräumen", bekräftigte SPÖ-Bildungssprecher Elmar Mayer. Denn durch die individuelle Förderung am Schulstandort werden auch teuere Nachhilfen immer seltener notwenig. Die Oberstufe NEU sei damit auch "familienpolitisch ein Meilenstein", unterstrich Mayer.

Bildungschancen erhöhen und Berufsaussichten verbessern

Neben der Oberstufe NEU wird auch das Reformpaket zur Integration nach der 8. Schulstufe an Polytechnischen Schulen und Haushaltsschulen nächste Woche in Begutachtung gehen. Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf sollen demnach ab der 9. Stufe Regelschulen besuchen. Damit sollen die Bildungschancen erhöht und die Berufsaussichten verbessert werden. Beide Gesetzesentwürfe werden noch diesen Herbst im Parlament behandelt und sollen ab September 2012 in Kraft treten. Für die Oberstufe NEU gilt eine fünfjährige Übergangszeit, in der bis 2016 schrittweise alle Schulen auf das neue System umgestellt werden sollen. (Schluss) sc/gd

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