Bayr zum Tag gegen Kinderarbeit: Ökobewusstsein alleine reicht noch nicht aus

KonsumentInnen und öffentliche Beschaffung müssen noch genauer hinschauen

Wien (OTS/SK) - Anlässlich des internationalen Tags gegen Kinderarbeit fordert Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung und Mitglied des parlamentarischen Ausschusses für Menschenrechte, energisch, die Eindämmung der Kinderarbeit weltweit voranzutreiben. Die UNO-Kinderrechtskonvention gehört, wie das in Österreich teilweise gelungen ist, nicht nur ratifiziert, sondern eben auch implementiert. ****

"Ein Teilerfolg wäre zumindest eine weltweiten Ächtung der Kinderarbeit, doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg", sagte Bayr am Samstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Sie schließt sich der Einschätzung von Unicef an, wonach ein schlichtes Verbot alleine nicht ausreiche. "Mit Verboten oder Boykotten allein drängt man die Kinder in die Illegalität, was letztlich dazu führt, dass die Opfer durch noch schlechtere Arbeitsbedingungen bestraft werden."

Vielmehr gelte es verstärkt Entwicklungszusammenarbeit und damit aktiv Armutsbekämpfung in den jeweiligen Ländern zu betreiben. Außerdem braucht es mehr mündige Konsumenten, die die Herkunft und Produktionsweise so genannte "Schnäppchen" hinterfragen. Nach dem immer stärker einsetzenden Umweltbewusstsein der KäuferInnen, gelte es nun vermehrt ethische Maßstäbe zu einzufordern. "Es ist natürlich gut, dass wir ökologische Kriterien berücksichtigen", ist Bayr überzeugt, "aber wir müssen selbstverständlich auch die Produktion unter fairen Arbeitsbedingungen mit einbeziehen und da sind natürlich auch die Zulieferer nicht ausgenommen."

Bayr verweist dabei aber auch auf die Verantwortung von öffentlicher Seite: "Das BIP der EU macht derzeit etwa zwölf Billionen Euro aus -und 16 Prozent davon entfallen auf das öffentliche Beschaffungswesen", so Bayr, die auch Mitglied des Finanzausschusses im Parlament ist. "Es handelt sich hier also um ein riesiges Finanzvolumen, mit dem ein nicht unbeachtlicher Einfluss auf Märkte gegeben ist - und diesen sollten wir für Steuerungseffekte verstärkt nutzen." Deshalb fordert Bayr wiederholt die Aufnahme sozialer und ethischer Auswahlkriterien im Bereich der öffentlichen Beschaffung -sowohl auf EU-, wie Bundes- als auch Länderebene.

Der Aktionstag gegen Kinderarbeit am 12. Juni wurde 2002 von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ins Leben gerufen. Rund 200 Millionen Kinder unter 14 Jahren müssen nach ILO-Schätzung weltweit arbeiten. (Schluss) sa/mp

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