Blecha: Statt Krankjammern des staatlichen Pensionssystems, Schluss mit Zwangespensionierungen bei Banken und Versicherungen

Keine staatlichen Prämien mehr für neue private Vorsorgeprodukte

Wien (OTS/SK) - Das staatliche, umlagenfinanzierte Pensionssystem
in Österreich ist sicher. "Es hat sich in der Finanz- und Wirtschaftskrise als einziges bewährt", betonte Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha in einer Reaktion auf die "Auftragsstudie" der Wirtschaftskammer über die Meinung junger Menschen über das Pensionssystems. Die privaten, kapitalgedeckten Pensionskassen-Systeme hätten dagegen weltweit dramatische Verluste erlitten, so Blecha weiter. "Allein dieser Vergleich zeigt klar die Vorteile des staatlichen Pensionssystems", erklärte der PVÖ-Präsident am Samstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

"Die zweite und dritte Säule sind kollabiert, die 'Säulenmärchen' von Schüssel uns Grasser zusammengebrochen. 1,5 Millionen private Pensions-Vorsorger und 700.000 Betriebskassen-Vorsorger wurden getäuscht", sagte Blecha. "Aber wir lassen die Betroffenen nicht im regen stehen", versichert Blecha. Daher brauche es eine Novelle zum Betriebspensionskassengesetz und eine sofortige Neuregelung der privaten Pensionsvorsorge.

Dass die jungen Menschen heute wenig Vertrauen in das staatliche Pensionssystem hätten, liege vor allem am "jahrelangen Kaputtreden durch selbsternannte Experten, den Banken und Versicherungen, denen es nur um ihr Geschäft geht und um politisches Kleingeldwechseln", kritisierte Blecha.

Keine staatliche Prämie für neue Privatvorsorge-Produkte

Der PVÖ-Präsident habe nichts dagegen, dass die, die es sich leisten können, für das Alter vorsorgen. "Was mich stört ist, dass der Staat dazu eine Prämie zahlt, die bei den Menschen nie ankommt, sondern von den Banken und Versicherungen für Verwaltung und Werbung aufgewendet werden", sagte Blecha. Dazu kämen noch die instabilen Aktienmärkte. "Und schon wird aus der vielgepriesenen privaten Pensionsvorsorge eine reine Abzocke und eine Minusvorsorge durch die Banken und Versicherungen", warnte Blecha. Wenn die Menschen statt einer privaten Pensionsvorsorge ein Sparbuch angelegt hätten, hätten sie nicht die teils uneinholbaren Verluste, so Blecha. "Ich fordere daher, dass es bei neuen Privatvorsorge-Produkten keinen staatlichen Zuschuss mehr gibt, denn das ist hinausgeschmissenes Geld. Seit 2003 wurden 500 Millionen Euro dafür aufgewendet", betonte Blecha.

Vertrauen in staatliches Pensionssystem stärken

Der Pensionistenverbands-Präsident sprach sich für eine Stärkung des staatlichen Pensionssystems aus und zeigte sich erfreut darüber, dass dies auch die Bundesregierung in ihrer Klausur am Semmering beschlossen habe. Der Pensionistenverband hat zu diesem Zweck auch den "Dialog der Generationen" ins Leben gerufen. "Wir diskutieren mit den Jungen, denn wir wollen, dass auch sie eine Pension bekommen, von der sie leben können. Deshalb ist die Wertsicherung der Pensionen auch so wichtig: Denn wer die Pensionen der heutigen Pensionisten kürzt, kürzt sie damit auch für die künftigen Pensionisten", so Blecha.

Höheres Pensionsantrittsalter notwendig

Blecha spricht sich außerdem für ein höheres Pensionsantrittsalter aus: "Da könnten z.B. die Banken und Versicherungen Vorbild sein. Stattdessen schicken sie reihenweise ihre älteren Beschäftigen ab 50 mit Golden-Handshakes in Pension." Das führe zwangsweise zu einem niedrigeren Pensionsantrittsalter, sagte Blecha. "Und dann sind es die gleichen Banken und Versicherungen, die das staatliche Pensionssystem krankjammern, obwohl sie selbst mit zu den Urhebern des niedrigen Pensionsantrittsalters gehören", kritisierte Blecha. Der PVÖ-Präsident fordert daher: "Schluss mit den Zwangspensionierungen."

Frühpensions-Monitoring rasch einführen

Blecha will "sehr rasch" ein Frühpensions-Monitoring einführen. Damit sollen die Ursachen der Frühpensionierung, die Begründungen, Befundungen, das Alter der Betroffenen, die Art der Erwerbstätigkeit, die Firmenbranche bzw. Firmengröße und die Region des Betriebes erfasst werden. Die Ergebnisse des Frühpensionsmonitorings sollen quartalsweise veröffentlicht und daraus weitergehende Maßnahmen und Strategien gegen das zu frühe Pensionsantrittsalter abgeleitet werden, "die dazu führen müssen, dass die Menschen gesund länger arbeiten können", so Blecha. (Schluss) sc/up/mp

Veranstaltungshinweis:

DIENSTAG, 14. Juni 2011, 18.00 Uhr:

"Dialog der Generationen" mit PVÖ-Präsident Karl Blecha, SJ-Vorsitzenden Wolfgang Moitzi und JG-Landesvorsitzender Katharina Kucharowits (Musikcafé Egon, Fuhrmanngasse 15, 3100 St. Pölten).

Rückfragen & Kontakt:

Andy Wohlmuth, Pensionistenverband Österreichs, Tel.: 0664-48 36 138

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