"KURIER"-Kommentar von Margaretha Kopeinig: "Keine Türkei-Hetze"

Österreich muss aufpassen, die Beziehungen zu Ankara nicht ganz zu verspielen.

Wien (OTS) - Geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut" -
das Leitmotiv von Kammerpräsident Leitl trifft auf die politischen Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei leider nicht zu. Den Wirtschaftsbeziehungen geht es gut, das stimmt. Mit dem Veto der Türkei gegen den OSZE-Job von Plassnik und mit den darauffolgenden wütenden Reaktionen in Österreich vom Außenminister abwärts bis hin zum Fanclub von HC Strache ist viel Vertrauen zwischen beiden Staaten zerstört worden. Die wirklichen Folgen im Zusammenleben und im tagtäglichen Business sind noch nicht abzusehen, aber erahnbar.
Gerade haben wir beim World Economic Forum gehört, dass Österreich Investor Nummer eins in der Türkei ist und das Land sich dynamisch entwickelt. Unternehmer spüren nach den diplomatischen Wirren das steigende Unverständnis vieler Österreicher und eine Türkei-Ablehnung, die in Hetze ausartet.
Das ist kein gutes Klima für gegenseitiges Verständnis und blühendes Business. Österreichs Wirtschaftsvertreter müssen verdammt aufpassen, dass ihnen Populismus und Anti-Türkei-Stimmung nicht die Geschäftsgrundlage entziehen.

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