Klasnic-Kommission nimmt Einstellung der Erhebungen zur Kenntnis

Staatsanwaltschaft Wien stellt Erhebungen ein - Kommission setzt Arbeit "im Interesse von Betroffenen" fort

Wien, 09.06.11 (KAP) Die Klasnic-Kommission nimmt die Einstellung der weiteren Untersuchung von Fällen der Gewalt und des sexuellen Missbrauchs durch die Wiener Staatsanwaltschaft zur Kenntnis. Die Einstellung der Erhebungen zu den von der Kommission eingebrachten Fällen habe zugleich keinerlei Einfluss auf die weitere Tätigkeit der Kommission "im Interesse von Betroffenen". Dies teilte der Sprecher Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft, Prof. Herwig Hösele, auf "Kathpress"-Anfrage am Donnerstag mit. Zuvor war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Wien sämtliche von der Kommission eingebrachte Vorwürfe im Zusammenhang mit Gewalt und sexuellem Missbrauch im kirchlichen Umfeld nicht weiter verfolgen werde.

Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft habe außerdem auf getroffene Entschädigungs- und Therapieentscheidungen durch die Opferschutzanwaltschaft keinerlei Einfluss, da für diese "keine rechtliche Verjährungsfrist gilt", teilte die Klasnic-Kommission weiters mit.

Wie Behördensprecherin Michaela Schnell am Donnerstag gegenüber der Austria Presse Agentur bestätigte, war zuvor gegen elf Personen wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch ermittelt worden, gegen weitere 17 wegen Ausübung physischer, aber nicht sexuell motivierter Gewalt. Drei weitere Anzeigen mussten mangels Beweisen zurückgelegt werden, weil sich die Verdachtsmomente nicht einer konkreten Person zuordnen ließen. "In 13 Fällen musste das Verfahren eingestellt werden, weil die Verdächtigen mittlerweile gestorben sind. In 15 Fällen ist Verjährung eingetreten", zitierte die APA Schnell.

Die Opferschutzanwaltschaft hatte im Juni vergangenen Jahres aufgrund des Wunsches mehrerer Betroffener eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht, um alle Möglichkeiten des Rechtsweges und der Aufklärung auszuschöpfen.

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