Nachhilfe: Teuer und sozial ungerecht

AKNÖ-Studie: Viele Familien in NÖ können sich Nachhilfe nicht leisten

Wien (OTS/AKNÖ) - Die Schule wird immer mehr zu einer finanziellen Belastung für Niederösterreichs Haushalte. Besonders dann, wenn bezahlte Nachhilfe notwendig ist. "Viele Eltern würden den Nachwuchs gerne mit Nachhilfestunden unterstützen, haben aber einfach nicht das Geld dafür, das ist sozial ungerecht", kritisiert AKNÖ-Präsident Hermann Haneder die derzeitige Situation. "Unser Halbtagsschulsystem, das die Kinder mit unerledigten Aufgaben zu Mittag nach Hause schickt und zu wenig fördert, muss schleunigst reformiert werden", fordert Haneder.

Nachhilfe zu Hause

Laut aktueller AKNÖ-Studie lernen drei Viertel aller Eltern regelmäßig mit ihren Kindern daheim und kontrollieren die Hausaufgaben. Ein Drittel davon übt und lernt sogar täglich mit dem Nachwuchs. "Nachhilfe wird nicht genommen, weil sich die Eltern zu wenig um das schulische Fortkommen ihrer Kinder kümmern", weiß AKNÖ-Experte Stefan Schober, "sondern die Kinder können den Lehrstoff in der Schule einfach nicht nachhaltig bewältigen und vertiefen."

712 Euro pro Haushalt

24 Millionen Euro geben Niederösterreichs Eltern für Nachhilfe pro Jahr aus. Die durchschnittlichen Kosten belaufen sich pro Haushalt auf 712 Euro. Es ist daher keine Überraschung, dass sich 41% der Familien, die bezahlte Nachhilfe engagieren, finanziell stark belastet fühlen. Die befragten Eltern fordern daher generell mehr Förderunterricht an den Schulen, den Ausbau der schulischen Nachmittagsbetreuung und mehr Ganztagsschulen.

Fast jede 4. Familie zahlt für Nachhilfe

In der aktuellen AKNÖ-Studie gaben 30% der Haushalte mit Schulkindern an, dass in diesem Schuljahr Nachhilfe benötigt wurde, 23% nahmen bezahlten Unterricht in Anspruch, besonders vor Tests und Schularbeiten (57%). 41% brauchen generell während des gesamten Schuljahres zusätzlichen Unterricht. "Wir haben festgestellt, dass die Inanspruchnahme von Nachhilfeunterricht schon längst keine Ausnahme ist, sondern für viele Kinder ein fixer Bestandteil ihres Bildungsweges ist", erklärt Stefan Schober. "Bei ganztägigen Schulangeboten mit entsprechenden Übungs- und Lerngruppen und einer Ausweitung von Fördergruppen wäre es möglich, die außerschulische Nachhilfe zu reduzieren", ist Schober überzeugt.

AKNÖ verlangt Bildungsreform

Die aktuellen Zahlen bestätigen die Notwendigkeit des Ausbaus einer qualitativ hochwertigen schulischen Nachmittagsbetreuung in Kombination mit verstärkter individueller Förderung. "Damit wirklich alle Kinder die Bildungsziele erreichen können, muss das Angebot von Ganztagsschulen rasch erweitert werden. Dann gehören teure und sozial ungerechte Nachhilfestunden endlich der Vergangenheit an", fordert AKNÖ-Präsident Haneder.

Die vollständige Studie finden Sie auf http://noe.arbeiterkammer.at

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AKNÖ-Bildungsabteilung, Stefan Schober
01/58883-1884

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