Leitl für Abschluss der Beitrittsverhandlungen mit Kroatien noch im Sommer

In den Bereichen Justiz und Korruptionsbekämpfung sind noch große Fortschritte erforderlich

Wien (OTS/PWK420) - "Die österreichische Wirtschaft hofft auf
einen Abschluss der Beitrittsverhandlungen mit Kroatien noch in diesem Sommer", erklärte Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, anlässlich der für morgen Freitag erwarteten Empfehlung der EU-Kommission für den positiven Abschluss der Beitrittsverhandlungen mit Kroatien an den EU-Ministerrat.

Mit dem Abschluss des Kapitels Fischerei am 6. Juni sind nun 31 Verhandlungskapitel geschlossen. Am 19. April konnten die Verhandlungen in der Landwirtschafts- und der Strukturpolitik abgeschlossen werden. "Dies ist eine große Leistung, weil diese beiden Kapitel für die Subventionspolitik der EU zentral sind", betont der WKÖ-Präsident. Nach wie vor offen sind unter anderem die schwierigen Kapitel Justiz und Grundrechte sowie Wettbewerb. In den Bereichen Justiz und Korruptionsbekämpfung sind noch große Fortschritte erforderlich: "Doch auch hier wird Kroatien seine auch von der Europäischen Kommission bestätigten Reformbemühungen fortsetzen um zum Beitrittszeitpunkt EU-fit zu sein", ist Leitl überzeugt.

Der Beitritt fördert auch - essentiell für die Unternehmer - die Rechtssicherheit. Die ungarische Präsidentschaft plant einen Abschluss der Verhandlungen noch unter ihrer Präsidentschaft im Juni:
"Ambitioniert, aber machbar", betont Leitl. Danach muss der Beitrittsvertrag noch von allen Mitgliedstaaten ratifiziert werden, was 1 bis 1 1/2 Jahre dauern kann.

Kroatien und Österreich sind stark wirtschaftlich verbunden:
"Österreichische Unternehmen sind in allen Sektoren groß vertreten und genießen einen ausgezeichneten Ruf im Land", so Leitl. Unterstrichen wird das durch die Tatsache, dass österreichische Firmen rund ein Viertel der gesamten ausländischen Direktinvestitionen getätigt haben - Österreich ist damit der größte Auslandsinvestor in Kroatien vor den Niederlanden und Deutschland. Für die rot-weiß-rote Exportwirtschaft gehört Kroatien zu den Top-20 Zielmärkten: Im Vorjahr machte das Außenhandelsvolumen (Exporte und Importe) mit Kroatien 1,65 Mrd. Euro aus. Im ersten Quartal des laufenden Jahres setzte sich die langjährige positive Entwicklung der bilateralen Handelsbeziehungen weiter fort: die Ausfuhren nach Kroatien legten um 11, die Importe aus Kroatien um 30 Prozent zu. (FA/BS)

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