WBF: Bei Einhaltung der Grenzwerte wurde kein Zusammenhang zwischen Mobilfunk und Tumorerkrankungen wissenschaftlich nachgewiesen.

Wien (OTS) - WISSENSCHAFTLICHER BEIRAT FUNK
beim Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

"Die Aussagen des WBF (Wissenschaftlichen Beirat Funk) im Zusammenhang mit Mobilfunk und Gesundheit vom 24. Mai 2011 ist auch im Licht der Presseaussendung der WHO-IARC nach wie vor gültig. Bisher liegen keine Nachweise vor, dass von den EMF (elektromagnetischen Feldern) des Mobilfunks bei Einhaltung der Grenzwerte eine Krebsgefahr ausgeht. Wäre dies nämlich der Fall, hätte die WHO eine Einstufung in Klasse 1 vorgenommen. Die Einstufung in Klasse 2b scheint eine Vorsichtsmaßnahme zu sein, die aus Sicht des WBF wissenschaftlich so nicht begründbar ist", stellt Univ.-Prof. Dr. Christian Wolf (Facharzt für Innere Medizin, Facharzt für Arbeits- und Betriebsmedizin), Stv. Vorsitzender des WBF, fest.

Die möglichen Bedenken der WHO-IARC beziehen sich offenbar ausschließlich auf die Exposition durch den Gebrach von Mobiltelefonen. Sie beziehen sich nicht auf Mobilfunkantennen, deren Strahlung auf Grund der großen Entfernung für den Menschen um ein Vielfaches geringer ist als jene, die durch das direkt am Kopf anliegende Handy entsteht.

Grundsätzlich ist zu betonen, dass jeder von uns bis zu einem gewissen Grad steuern kann, in welchem Ausmaß er sich einer Exposition aussetzt. Die Verwendung von Bluetooth reduziert die Strahlung. Telefoniert werden sollte nur dort, wo auch guter Empfang gegeben ist, weil das Handy sonst mehr Sendeleistung benötigt, was wiederum zu einer höheren Exposition führt.

Im Sinne des Vorsorgegedankens schließt sich der WBF den Empfehlungen und Verhaltenstipps des Bundesministeriums für Gesundheit zur Minimierung der Belastung durch Mobilfunkstrahlung an.

In ihrer Presseaussendung sagt die IARC, dass zwischen einer langjährigen intensiven Nutzung von Mobil- und/oder Schnurlostelefonen und der Entstehung von Krebs - speziell im Gehirn - die Möglichkeit eines Zusammenhanges besteht.

Dazu Strahlenphysiker Univ.-Prof. DI Dr. Norbert Vana, Professor i.R. an der TU Wien und Vorsitzender des WBF: "Wir sehen in den Aussagen der WHO-IARC und des WBF Übereinstimmung, jedoch wird unterschiedlich formuliert. Der WBF sagt, dass es keine wissenschaftlich nachgewiesenen negativen Effekte gibt. Letztlich ist dies eine Frage der Interpretation. Eines haben Studien jedenfalls bewiesen: Angst macht krank. Als Wissenschafter sagen wir, dass es keinen negativen Nachweis gibt. Wir sagen aber nicht, dass gar keine Hinweise existieren. Falls Bedenken bestehen, kann jeder durch sein eigenverantwortliches Nutzungsverhalten das Ausmaß der Exposition reduzieren."

Für die Zukunft sind sich WBF und WHO in ihren Aussagen einig: Sie empfehlen weitere umfassende wissenschaftliche Forschungen, vor allem zur Frage der Langzeitwirkungen intensiver Nutzung der Mobiltelefonie, besonders auch im Hinblick auf Krebserkrankungen!

Der WBF (Wissenschaftliche Beirat Funk) fungiert als beratendes Gremium des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) zum Thema Mobilfunk und menschliche Gesundheit. Einmal jährlich sichtet, analysiert und bewertet der WBF die aktuellen wissenschaftlichen Studien zum Thema "Mobilfunk und Gesundheit" und gibt dazu ein Konsensus-Statement ab. Nähere Informationen: www.wbf.or.at

Rückfragen & Kontakt:

Univ.-Prof. DI Dr. Norbert VANA (Vorsitzender des WBF)
Technische Universität Wien, Atominstitut der Österreichischen Universitäten
Email: vana@ati.ac.at

Univ.-Prof. Dr. Christian WOLF (Stv. Vorsitzender des WBF)
Facharzt für Innere Medizin sowie Arbeits- und Betriebsmedizin
Email: christian.wolf@meduniwien.ac.at

HERZER COMMUNICATIONS
Barbara Waldenmair-Herzer
Tel: +43 (0) 676 533 47 86
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