"profil": EU-Kommissar Hahn wehrt sich gegen Plagiatsvorwürfe

Neues Gutachten zu Hahns Dissertation: Zitierungen entsprechen "damaligen Usancen" - Kritik an Weber-Gutachten

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Freitag erscheinenden Ausgabe berichtet, wehrt sich EU-Kommissar Johannes Hahn mit einem neuen Gutachten gegen Plagiatsvorwürfe rund um seine Dissertation. Hahn engagierte dafür den Rechtsanwalt und Urheberrechtsexperten Gottfried Korn. Hahn habe übernommene Textstellen zwar nicht immer mit Anführungszeichen, aber durchwegs mit Fußnoten gekennzeichnet, was damals (1987) "übliche Praxis" gewesen sei, so Korn: "Damit kann man Hahn keinesfalls eine Täuschungsabsicht unterstellen, die Voraussetzung für ein Plagiat wäre", so der Anwalt. Ein von ihm beauftragter Gutachter sei zu demselben Ergebnis gekommen. Hahns Doktorarbeit habe "den damaligen Usancen zur Kenntlichmachung übernommener Texte entsprochen".

Das vom grünen Abgeordneten Peter Pilz beim Plagiatsjäger Stefan Weber bestellte Gutachten enthalte "schwere Fehler" und gehe von einem "unwissenschaftlichen Plagiatsbegriff" aus, so Korn.

Auch Hahns Doktorvater Peter Kampits betont im Gespräch mit "profil", dass es "auf unserem Institut bis in die neunziger Jahre hinein keine verbindlichen Zitiervorschriften gegeben hat. Ich habe mich von Hahn niemals getäuscht gefühlt."

Plagiatsjäger Weber bleibt bei seinen Vorwürfen. Bereits ab 1976 sei in der Bibliothek des philosophischen Instituts ein Fachbuch aufgelegen. "Darin gibt es keinen Hinweis auf Zitierung nur durch Fußnoten."

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