Neues Volksblatt - "Konstruktiv" von Markus EBERT

Ausgabe vom 9. Juni 2011

Linz (OTS) - Mit der Feststellung, bei der vom Land OÖ gewährten Fernpendlerbeihilfe fehle "vor allem die fehlende soziale Treffsicherheit", haben sich die Verantwortlichen im Landesrechnungshof weit aus dem Fenster gelehnt. Vielleicht sollten die Prüfer erklären, wo für sie soziale Treffsicherheit beginnt. Bei einem steuerpflichtigen Jahreseinkommen von maximal 26.000 Euro ist wohl nicht davon auszugehen, dass Großverdiener in den Genuss dieser Beihilfe kommen.
Zu kritisieren, dass es einen Bonus für jene gibt, die ein öffentliches Verkehrsmittel benutzen, mutet auch seltsam an. Immerhin leistet jeder einzelnen Umsteiger seinen Beitrag für eine bessere Umwelt. Mit höchstens 279 Euro im Jahr kann derzeit ein Pkw keine fünf Mal vollgetankt werden. Jenen, die weite Wege zum Arbeitsplatz auf sich nehmen, auch diese Unterstützung zu streichen, ist schlicht zynisch.
Dass das Beihilfensystem für die Pendler verbesserungsfähig ist, sagen etwa ÖAAB-Vertreter schon lange. Volle Absetzbarkeit der Pendlerausgaben als Werbungskosten im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung, lautet eine Forderung, auch eine entfernungsabhängige Direktzahlung steht zur Diskussion. All das klingt jedenfalls konstruktiver als sich hinzustellen und zu sagen:
"Ersatzlos streichen".

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