KARAWANKENTUNNEL: ASFINAG TRIFFT MASSNAHMEN FÜR URLAUBERVERKEHR

50km/h-Limit, zusätzliche Feuerwehr im Portalbereich und vorbeugendes Aktivieren der Lüftung sorgen für größtmögliche Tunnelsicherheit an den Reise-Wochenenden

Villach (OTS) - In gut drei Wochen beginnt die Haupt-Urlaubszeit
in diesem Jahr. Neben dem Meilenstein mit der Verkehrsfreigabe beider Röhren des Tauerntunnels gilt ein weiteres Hauptaugenmerk der ASFINAG auch dem einröhrigen Karawankentunnel. Bereits seit einigen Monaten werden von den Tunnelbetreibern ASFINAG und DARS (SLO) Maßnahmen für den Sommer-Reiseverkehr vorbereitet. Im Zuge der heutigen Sitzung der Betreiber, der so genannten "Zwischenstaatlichen Kommission", wurden einige Vorhaben konkret beschlossen. Dazu zählen etwa an verkehrsstarken Wochenenden eine Absenkung der erlaubten Geschwindigkeit von 80 auf 50 km/h, ein vorbeugendes Hochfahren der Tunnel-Lüftung sowie die Stationierung eines zusätzlichen Feuerwehr-Teams im Bereich des Tunnelportals auf österreichischer Seite.

Der Karawankentunnel, den die ASFINAG gemeinsam mit der slowenischen DARS betreibt, wurde bereits in den letzten Jahren erheblich aufgerüstet. Schon 2006 wurden die Notruf-Infrastruktur im Tunnel sowie die Beschallung in den Portalbereichen erneuert. 2008/2009 erfolgten die Sanierung der Abluftkanäle sowie die Erweiterung der Software und die Optimierung der automatischen Brandprogramme. Die Beleuchtung wurde 2009 erneuert. In diesem Jahr wurden acht aktive Geschwindigkeitskontrollen und zwei Abstandskontrollen (Verkehrszeichen beginnt zu blinken, wenn ein Lenker zu schnell fährt oder zu dicht auffährt) installiert. Sechs weitere Abstandskontrollen werden bis Ende 2011 in Betrieb sein.

Mit einer durchschnittlichen täglichen Verkehrsbelastung von etwa 7.300 Fahrzeugen ist der Karawankentunnel einer der verkehrsschwächsten Anlagen im ASFINAG-Netz. Lediglich in den Sommermonaten gibt es - bedingt durch den Reiseverkehr -Verkehrsspitzen. Die ASFINAG hat im Rahmen der regelmäßigen Abstimmungen mit dem slowenischen Autobahnbetreiber DARS für den Sommer-Reiseverkehr 2011 ein Maßnahmenbündel vereinbart. Dieses wurde einer Risikoanalyse unterzogen. Das Fazit des Gutachters: Die getroffenen Maßnahmen führen zu einer gravierenden Reduktion des Unfall-Risikos:

Geschwindigkeitsreduktion bei starkem Verkehrsaufkommen von 80 km/h auf 50 km/h, Geschwindigkeits- und Abstandskontrollen Reduktion des Risikos für Verkehrsunfälle um 40 %
Verbesserungen des bestehenden Lüftungssystems (Sanierung der Abluftkanäle 2008/2009), präventive Aktivierung der Lüftung bei starkem Verkehrsaufkommen Reduktion des Brandrisikos um knapp 25 % Stationierung einer Feuerwehreinheit direkt am Tunnelportal, um im Falle eines Brandes einen raschen Löscheinsatz im Tunnel leisten zu können. Entwicklung eines gefährlichen Brandszenarios bereits in der Entstehungsphase verhindern Reduktion des Brandrisikos um rund 19 % Lkw-Fahrverbot (Sommer-Reise-Verordnung) im Karawankentunnel

Insgesamt sorgen die drei bereits fixierten Maßnahmen für eine Reduktion des Brandrisikos von rund 38 % sowie eine Reduktion des Gesamtrisikos von rund 40 %.

Der Karawankentunnel zur Urlaubszeit. Das durchschnittliche Verkehrsaufkommen liegt bei 7.300 Fahrzeugen pro Tag. An den Reisewochenenden des Vorjahres lagen die Spitzenwerte zwischen 9.000 und 13.000 Fahrzeugen. Lediglich an einem Tag (31. Juli 2010) wurde mit 15.700 Fahrzeugen ein "Ausreißer" nach oben registriert.
Durch die Verkehrsfreigabe des Tauerntunnels und der dadurch erreichten Vierspurigkeit zwischen Salzburg und dem Knoten Villach ist ein Anstieg dieser Werte beim Karawankentunnel nicht zwingend zu erwarten. Die Fahrzeuge werden aber unter Umständen innerhalb kürzerer Zeit als bisher zum Tunnel kommen. Durch die Mautstelle in Rosenbach vor dem Karawankentunnel und das Herabsetzen des Tempolimits auf 50 km/h im Tunnel wird sichergestellt, dass der Verkehr langsam und gleichmäßig durch den 7,8 Kilometer langen Tunnel fließt. "Das und die weiteren Maßnahmen von DARS und ASFINAG garantieren die größtmögliche Verkehrssicherheit im bestehenden Tunnel", betont Rainer Kienreich, Geschäftsführer der ASFINAG Service Gesellschaft.

Die Zukunft des Karawankentunnels. Das Ausbaukonzept der ASFINAG sieht die weitere lüftungstechnische Aufrüstung und die Schaffung von Fluchtmöglichkeiten vor, welche auch mit Einsatzfahrzeugen befahren werden können. Diese Maßnahmen sollen bis Ende 2019 umgesetzt werden. Die derzeitige Verkehrsbelastung im Karawankentunnel liegt bei 7.300 Fahrzeugen. Die vorliegenden Verkehrsprognosen für das Jahr 2025 gehen von maximal 11.000 Fahrzeugen pro Tag aus. Eine zweite befahrbare Tunnelröhre ist gemäß Richtlinien ab einer Belastung von 20.000 Fahrzeugen pro Tag vorgesehen. Daher spricht sich die ASFINAG zum aktuellen Zeitpunkt für die Errichtung eines Fluchtstollens sowie den Einbau eines kombinierten Lüftungssystems aus. Die Schätzkosten dafür liegen bei rund 85 Millionen Euro. Damit ist auch nach 2019 die Verkehrssicherheit des Karawankentunnels nach den gültigen Richtlinien und Vorschriften gewährleistet.

Villach, 8.6.2011

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