"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Rowdys einbremsen!"

PS-Limit für junge Lenker? Interessante Idee, aber leider nicht praxistauglich.

Wien (OTS) - Sie haben ein aufgemotztes Auto statt Selbstbewusstsein. Sie rasen, drängeln - und sind für zahlreiche Unfälle verantwortlich. Wie kann man solche, fast immer männlichen, oft sehr jungen Verkehrsteilnehmer entschärfen? Aus Oberösterreich (und davor aus der EU) kommt nun der Vorschlag eines PS-Limits für Autos von Fahranfängern (Seite 21). Gut, dass darüber diskutiert wird, auch wenn die Idee wohl nicht praxistauglich ist. Sie würde zum Beispiel den positiven (wenngleich zu teuren) Führerschein "L17" gefährden, bei dem auch Eltern (neben der Fahrschule) "Fahrlehrer" ihrer Kinder sind. Was tun, wenn sie ein PS-stärkeres Auto haben? Der "L17" gilt übrigens zwei Jahre lang als Probeführerschein. In dieser Zeit wird Tempoüberschreitung stärker geahndet, und es gilt 0,0 Promille. Beides ließe sich verlängern - drakonische Strafandrohung inklusive: Führerschein für längere Zeit weg, psychologisches Gutachten, ob der Lenker zurechnungsfähig ist. Auch wenn die Zahl der Verkehrsunfälle in Österreich Gott sei Dank sinkt, gab es 2010 dennoch 548 Verkehrstote. Seien wir ehrlich: Wir fürchten uns vor Gurken, blenden aber größere Risiken aus. Der Rowdy am Steuer ist viel bedrohlicher für Leib und Leben als das Gemüse am Teller.

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