Cortolezis-Schlager: Spitzenforschung braucht Nachwuchsförderung und innovationsfreundliches Klima

ÖVP-Wissenschaftssprecherin lud hochkarätige ExpertInnenrunde aus Forschung und Wissenschaft zu Strategietreffen

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Österreich verfügt bereits jetzt über eine große Anzahl an hochkarätigen WissenschaftlerInnen, die international vielfach ausgezeichnet sind und weltweites Ansehen genießen. Es gilt, das gesamte Potenzial der Standortvorteile für Spitzenforschung auszuschöpfen, um im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe eine Sogwirkung zu erzeugen. Das sagte gestern, Dienstag, ÖVP-Wissenschaftssprecherin Abg. Katharina Cortolezis-Schlager bei einer hochkarätigen Expertenrunde mit Vertretern aus Forschung und Wissenschaft im Palais Epstein. Die ÖVP-Wissenschaftssprecherin hatte unter dem Titel "Welche Rahmenbedingungen braucht Spitzenforschung?" zu einem Strategietreffen geladen. Sie hob dabei das klare Bekenntnis der Regierung zu entsprechenden Ausbauplänen im Bereich der Forschung hervor.

Unterstrichen wurde bei dem Gespräch auch die Notwendigkeit, bereits bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für Forschung zu wecken. Hier gelte es auch, die Lehrerinnen und Lehrer mit einzubeziehen. "Der Nachwuchs der Wissenschaft findet sich bereits im Kindergarten. Die Neugier muss erhalten bleiben", so Cortolezis-Schlager, die diese Frage auch für die LehrerInnenbildung NEU als wichtig erachtet. Helmut Denk, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), wies in diesem Zusammenhang auf ein Science Education Programm hin, welches die ÖAW gemeinsam mit der Niederösterreichischen Bildungsgesellschaft und anderen Institutionen entwickelt.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde der Aufbau einer Forschungseinrichtung am Beispiel des Institute of Science and Technology Austria (IST Austria), das durch Präsident Thomas Henzinger vertreten war, besprochen. Das Institut widmet sich der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung und Postgraduiertenausbildung und verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2016 zu einem erstklassigen Forschungszentrum zu werden, das ein internationales, hochmodernes Umfeld für rund 500 WissenschafterInnen und DoktorandInnen bietet.

Neue innovative Modelle interuniversitärer Forschung gab es am Beispiel der Max F. Perutz Laboratories (MFPL), die der wissenschaftliche Leiter Graham Warren vorstellte. Es handelt sich dabei um ein im Frühjahr 2005 gegründetes Joint Venture der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien, das am Campus Vienna Biocenter gelegen mehr als 40 im Bereich der Molekularbiologie arbeitende Forschungsgruppen umfasst. Sie bieten jungen Spitzen-Nachwuchsforschern attraktive Start-Pakete zur Gründung ihrer ersten, unabhängigen Forschungsgruppe und fördern so die selbstständige Forschungstätigkeit von Jungwissenschaftern. Nebst exzellenter Forschung sind alle Gruppen an der Ausbildung von Studierenden beteiligt, und zwar vom Grundstudium bis zum Doktorat. Diese Erfolgskombination sichert die Qualität der Lehre und ermöglicht den Studierenden einen frühen, direkten Kontakt zu gelebter Forschung.

Stellenwert der Forschung im Bewusstsein der Bevölkerung verankern

Einig waren sich Henzinger und Warren mit dem Präsidenten der Österreichischen Universitätenkonferenz und TU Graz-Rektor Hans Sünkel sowie BOKU-Rektor Martin Gerzabek im Bestreben, die Hierarchien abzuflachen. Warren: "Wenn es darum geht, gute Wissenschafter zu bekommen, muss man ein attraktives Biotop aus einem Mix von Gehalt, kulturellen Attraktionen am Standort und flacher Hierarchie anbieten". Notwendig sei zudem "Freiraum für die Forschung", so Sünkel. Gerzabek verwies wiederum auf die Wichtigkeit einer positiven Stimmung für die Forschung. Diese sei notwendig, um Spitzenleute nach Österreich holen zu können. "Nicht nur adäquate Bezahlung, auch Rahmenbedingungen und innovationsfreundliches Klima sind für eine erfolgreiche Rekrutierung notwendig." Die Sektionschefin im Wissenschaftsministerium Barbara Weitgruber wies darüber hinaus darauf hin, wie wichtig es sei, den Stellenwert der Forschung verstärkt im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern. "Es hat sich gezeigt, dass der Wille zur engeren Kooperation da ist. Das ist vor allem auch für eine bessere gemeinsame Nutzung von Forschungsinfrastruktur wichtig", so Weitgruber weiter.

Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde auch die Notwendigkeit des Einsatzes von Drittmitteln angesprochen. Geschäftsführerin Dorothea Sturn vom Wissenschaftsfonds FWF wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sie aufgrund der vermehrten Anstrengungen der österreichischen Universitäten und Forschungseinrichtungen jährlich etwa zehn Prozent mehr Anträge zu verzeichnen habe, das bis 2013 fixierte Budget aber nahezu keinen Spielraum ließe, um auf die dynamische Nachfrage adäquat reagieren zu können. Damit sinken die Chancen auch ausgezeichneter Projekte auf eine Finanzierung. Im Jahr 2010 stieg die Anzahl der eingehenden Anträge erstmals in der Geschichte des FWF über 2000.

Die gestrige Veranstaltung soll zu gemeinsamen Leitlinien und einer besseren Vernetzung im Wissenschaftsbereich führen. Im September wird Cortolezis-Schlager erneut zu einem derartigen Treffen laden. Zudem wird die ÖVP-Wissenschaftssprecherin am 6. Juli zur dritten Veranstaltung des Forums "Austria Goes International - Science, Research and Innovation Hubs" laden. Im Rahmen dieses Forums werden Persönlichkeiten aus Forschung, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in regelmäßigen Abständen eingeladen, einzelne internationale Regionen und Exzellenzthemen in den Mittelpunkt der Diskussion zu stellen.
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