AK Kärnten fordert rasche Maßnahmen gegen Preistreiber

Günther Goach: Rohstoff-Spekulationen unterbinden

Klagenfurt (OTS) - "Endlich den Preistreibern einen Riegel vorschieben", fordert der Kärntner Arbeiterkammer-Präsident Günther Goach angesichts der hohen April-Inflation von 3,3 Prozent. Vor allem die Kosten für das tägliche Leben sind extrem nach oben geschnellt. Gleichzeitig müssen die Arbeitnehmer reale Einkommensverluste in Kauf nehmen.

"Es ist höchste Zeit, gegen diese Entwicklung anzukämpfen und wieder gerechte Verhältnisse bei Preisen, Einkommen und Steuern herzustellen", fordert Goach und kritisiert, dass Spekulanten an den Börsen maßgeblich für die Preisanstiege verantwortlich seien.

Dass Spekulation Rohstoffpreise verteuert, bestätigt auch eine aktuelle, im Auftrag der Bundesarbeitskammer verfasste Studie der UNO-Organisation für Welthandel und Entwicklung. Laut dieser Studie lag der Spekulationsanteil bei Öl vor der Krise im Jahr 2008 bereits bei 20 bis 25 Prozent, beim Getreidepreis machte er rund 10 Prozent aus.

Ein Viertel der Gesamtinflation geht auf die Verteuerung bei Mineralölprodukten zurück. Allein der Preisanstieg bei Treibstoffen treibt die Inflation um ein Fünftel nach oben. Ein zusätzlicher starker Preisauftrieb - über 15 Prozent - geht von den Lebensmitteln aus.

Bei Lebensmitteln müssen die Österreicher außerdem für ein- und dasselbe Produkt viel tiefer in die Tasche greifen als Konsumenten in Deutschland. Der Preisunterschied beträgt durchschnittlich 16 Prozent, ergab ein aktueller AK-Preistest. Einzelne Waren sind bei uns sogar bis zu 121 Prozent teurer als im Nachbarland.

Die Wohnkosten steigen seit längerem überproportional und etragen derzeit bei privaten Mietwohnungen 7,75 Euro pro Quadratmeter.

Die Einkommen der Arbeitnehmer halten mit dieser rasanten Preisentwicklung nicht mit. Laut Wirtschaftsforschungsinstitut werden die Löhne und Gehälter heuer real sogar um 0,3 Prozent schrumpfen.

Die Preisschraube darf sich nicht weiterdrehen, sagt die AK und fordert von der Bundesregierung rasch folgende Maßnahmen gegen die Teuerung:

Preissteigerungen kontrollieren: Steigen die Preise für Grundnahrungsmittel, muss der Wirtschaftsminister prüfen, ob es für die Verteuerung rechtfertigende Gründe gibt.

Keine Lebensmittel in den Tank: Der Einsatz von Agrar-Rohstoffen zur Erzeugung von Agro-Treibstoffen ("Bio-Sprit") muss abgestellt werden. Es darf zu keiner weiteren Erhöhung der Beimischung kommen.

Spekulationen unterbinden: Die Regierung muss sich auf EU-Ebene für Maßnahmen gegen Spekulationen auf den Rohstoffmärkten, und für eine Finanztransaktionssteuer einsetzen.

Berufspendler entlasten: Die erfolgte Erhöhung der Mineralölsteuer auf Treibstoff muss zurückgenommen werden. Das Land Kärnten muss den Fahrtkostenzuschuss für Pendler erhöhen.

Vermögen besteuern, Lohnsteuer senken: Arbeitnehmer und Konsumenten tragen einen Großteil der Steuerlast und bringen zwei Drittel der gesamten Steuereinnahmen des Staates auf. Eine Entlastung der Arbeitseinkommen ist dringend notwendig. Gleichzeitig muss eine Vermögenssteuer eingeführt werden.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Kärnten
Mag. Christa Maurer, Kommunikation
Tel.: 050 477-2401, Fax: 050 477-2400
c.maurer@akktn.at
http://kaernten.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKK0001