ÖGJ: Gewerbetreibende brauchen viel höhere öffentliche Pensionszuschüsse als ArbeitnehmerInnen

Hacklerregelung abschaffen heißt Jugend in die Arbeitslosigkeit schicken

Wien (OTS/ÖGB) - "Rhetorisches Scharfschützentum auf die Hacklerregelung hilft der jungen Generation nicht, später eine sichere Pension zu bekommen. Im Gegenteil: Wenn die Langzeitversicherten heute keine Jobs freimachen würden, wären mehr Jugendliche arbeitslos. Ein Arbeitsplatz ist aber die beste Möglichkeit, um Beitragszeiten zu sammeln, die später eine den Lebensstandard sichernde Pension ermöglichen", sagt Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschafftsjugend (ÖGJ), in Richtung Junge Industrie und Junge Wirtschaft.

"Dass man nach 45 Jahren in Pension gehen kann, ist nur gerecht, deshalb haben beide Regierungsparteien die so genannte Hacklerregelung bis 2013 verlängert und ab 2014 in modifizierter Form erhalten", so Michlmayr. Das müsse auch so bleiben, um den Menschen Planungssicherheit zu geben.

"Anstatt die Menschen durch ständige Pensionsdiskussionen und unverständliche Berechnungen zu verunsichern, muss man das Pensionssystem im Gesamten betrachten", sagt Michlmayr. Immer noch zahlen unterschiedliche Beschäftigtengruppen unterschiedliche Beiträge in das Pensionssystem ein, und ihre Pensionen brauchen unterschiedlich hohe staatliche Zuschüsse. Die ArbeitnehmerInnen zahlen sich ihre Pensionen zu einem großen Teil selbst, der Staat muss in Summe nur 17,25 Prozent von den gesamten Pensionskosten zuschießen. Für die Gewerbetreibenden muss der Staat schon 51,63 Prozent zuzahlen. Die Bauern zahlen ihre Pensionen nur zu einem ganz geringen Teil selbst, hier muss der Staat mit 81,03 Prozent einspringen (Quelle: BVA 2009/2010).

"Für die ÖGJ ist jedenfalls klar: Auch in Zukunft muss der Schwerpunkt der Alterssicherung beim staatlichen, umlagefinanzierten Pensionssystem liegt. Panikmache treibt die jungen Menschen nur in die Arme der privaten Versicherer. Die Verluste bei der zweiten und dritten Säule durch die Finanzkrise haben aber gezeigt, dass nur das staatliche Pensionssystem in der Lage ist, für eine verlässliche Alterssicherung zu sorgen", sagt Michlmayr.

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