Der Österreichische Integrationspreis 2011 (2)

Das sind die Nominierten

Wien (OTS) -

Kategorie: "fördern & unterstützen"

Theaterstück "Heim.at", Interkultureller Verein Motif, Bregenz

Der Verein Motif bietet verschiedene kulturelle Veranstaltungen an -für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit türkischen Wurzeln. Jährlich wird mindestens ein zweisprachiges Theaterstück auf die Bühne gebracht. Einmal im Jahr werden Gastspiele aus der Türkei in Österreich organisiert. Motif bietet Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an, die dann auch in Theateraufführungen mitwirken. Im Theaterstück "Heim.at" werden Fragen behandelt wie:
"Was bedeutet Heimat, was verstehen Migranten unter dem Begriff 'Heimat'? Sagen sie auch 'das ist unsere Heimat'? Wer darf sagen 'das ist unsere Heimat'?". Elemente der türkischen Kultur zu leben und in Österreich weiterzuentwickeln, ist dabei ebenso ein Ziel wie die Sprachkompetenz zu fördern und Selbstbewusstsein zu stärken. Abseits von religiösen und politischen Verwicklungen wird damit Integration gefördert und es werden interkulturelle Kompetenzen unterstützt.

"MutMachen Salzburg", Kinder- und Jugendanwaltschaft, Salzburg

"MutMachen Salzburg" ist ein Mentor/innenprojekt für Kinder, Jugendliche und deren Familien, die in ihrem direkten Umfeld nicht die Unterstützung finden, die sie brauchen. Ziel von "MutMachen Salzburg" ist es, Mentees bei der Verwirklichung eines glücklichen Lebensentwurfes zu unterstützen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Außerdem werden durch die Mentor/innenschaft soziale Bande zwischen Menschen verschiedener Generationen, Familien und Kulturen geknüpft. Sie bilden die Basis für wechselseitiges Verständnis und schaffen damit eine solide Grundlage für aktiv gelebte Integration.

"WordUp20-Jugendparlament", Verein Wiener Jugendzentren, Wien

Seit mehreren Jahren führt der Jugendtreff Base20 mit der Bezirksvorstehung des 20. Wiener Gemeindebezirks, den Schulen des Bezirks und der Mobilen Jugendarbeit Backbone das Bezirksjugendparlament "WordUp20" für Schüler/innen durch. Alle 13-bis 14-Jährigen, die in der Brigittenau in die Schule gehen, können daran teilnehmen. Die Jugendlichen setzen sich im Rahmen des Projekts mit ihrem Leben im Bezirk, speziell mit der Gestaltung des öffentlichen Raums, auseinander. Das Jugendparlament kann über ein Budget von jährlich mehr als 60.000 Euro bestimmen und selbst festlegen, wie die Mittel - im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten - eingesetzt werden. Ziel ist die Förderung von Demokratiebewusstsein und die Ermutigung zur Mitgestaltung und Mitverantwortung aller Teilnehmer/innen, ungeachtet ihrer Herkunft.

"KunstSozial Raum Brunnenpassage", Caritas der Erzdiözese Wien, Wien

Die Brunnenpassage in Wien-Ottakring bietet täglich Kunst und Kultur für Menschen rund um den Brunnenmarkt. Die Besucher/innen unterschiedlichster Herkunft können an Kunstprojekten mitwirken und sich dabei kennenlernen. Ziel ist es, allen Bevölkerungsgruppen Zugang insbesondere zu zeitgenössischer Kunst zu erschließen. Dabei wird das Potenzial künstlerischer Prozesse auch als Mittel für sozialen Wandel genutzt. Über Kunst wird erlebbar, dass kulturelle Vielfalt die Gesellschaft bereichert.

Kategorie: "anpacken & initiativ sein"

"Roma Jugend", Lions Club Murau

Pflegen statt betteln - so lautet ein Ziel des Projekts: Jugendliche aus der diskriminierten, ungarisch sprechenden Minderheit der Volksgruppe der Roma in der Slowakei werden in einem zwölfmonatigen Kurs zu Pflegerinnen und Pflegern ausgebildet. Finanziert wird die Ausbildung durch einen Bildungskredit, der vom Lions Club Murau sowie von freiwilligen Spendern gewährt wird. Nach Erlangen der Erwerbsfähigkeit soll ein Teil der Ausbildungskosten von den Jugendlichen refundiert werden. Bei Erfolg in diesem Pilotprojekt erwarten sich die Initiatoren, dass dadurch europaweit Sozialhilfeausgaben eingespart und soziale Spannungen reduziert werden.

"Alltagstraining für Frauen mit und ohne Migrationshintergrund", Verein "Freiraum", Leibnitz

Im "Alltagstraining" treffen sich Mädchen und Frauen der Südsteiermark einmal im Monat und reflektieren ihre Rolle als Frauen in der österreichischen Gesellschaft. Die Hälfte der Teilnehmerinnen hat einen Migrationshintergrund. Verschiedenste Themen (Besuch beim Arzt oder bei der Ärztin, österreichisches Schulsystem, Kinderbetreuung, Umgang mit Behörden etc.) werden methodisch in Rollenspielen umgesetzt bzw. durch Informationsblätter oder Exkursionen aufgearbeitet. Ziel ist nicht nur ein freud- und friedvolles Miteinander in der Südsteiermark, sondern auch das Aufzeigen der Möglichkeiten eines Zusammenlebens in Vielfalt auf dem Land.

"Die Heim-WM für alle", Verein "Sport spricht alle Sprachen", Salzburg

Fußball ist eine Weltsprache - das Salzburger Turnier verbindet Stadtbewohner mit mehr als 40 verschiedenen Muttersprachen. Das Prinzip dahinter: Jeder bildet seine "Nationalmannschaft aus der Stadt" und daraus entsteht eine "Heim-WM für alle". Der schwierige Heimatbegriff wird durch das einladende "Die Heim-WM für alle!" ersetzt. Und die Hobbysportler leben Begegnung und Akzeptanz vor, etwa indem Inder und Pakistani eine gemeinsame Mannschaft bilden. Ziel des Projekts ist es, ein "Top-Turnier" zu werden, bei dem alle dabei sein wollen. Vom Fußball ausgehend soll das Projekt um Partys, Musik, Kultur und Kulinarisches erweitert werden.

Nachbarschaftsprojekt, Verein "Miteinander am Monte Laa - Laaer Berg", Wien

Der Verein "Miteinander am Monte Laa - Laaer Berg" bezweckt die Förderung der zwischenmenschlichen Beziehungen und Kommunikation sowie die Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität für die Einwohner/innen am Monte Laa - Laaer Berg in Wien-Favoriten. Rund 6.000 Bewohner/innen leben in mittlerweile 2.110 Wohnungen, viele davon (bis zu 60 %) haben Migrationshintergrund. Durch ein umfassendes Kurs- und Beratungsangebot mit begleitender sozialpädagogischer Betreuung unterscheidet sich das Projekt von herkömmlichen Angeboten u. a durch gemeinschaftliche Aktivitäten wie Feste, Freizeitsport oder Vorträge. Ziel ist es, das Wohngebiet mit neuen Inhalten und Initiativen zu beleben, so dass es lebenswert bleibt und alle Menschen sich dort "zu Hause" und "wohlfühlen" können.

Kategorie: "bilden & befähigen"

"Vielfalt ist Mehrwert", Kooperative Mittelschule Pazmanitengasse, Wien

Schülerinnen und Schüler aus mehr als 26 Staaten besuchen die Kooperative Mittelschule Pazmanitengasse in Wien. Auch der Lehrkörper ist multikulturell. Ziel des Programms ist es, Vielfalt als Wert sichtbar zu machen, Interkulturalität selbstverständlich leben zu lernen, Integrationshilfen auch für das Privatleben zu geben. Letztendlich soll damit auch Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche mit nichtdeutscher Muttersprache erreicht werden. Verschiedene Gegenstände werden mehrsprachig unterrichtet, Spracherlebniskurse, Sprachreisen organisiert und in der Theatergruppe "Drama Club" werden nicht nur Sprachbarrieren überwunden, sie stärkt auch Teamfähigkeit, Kreativität, Verantwortung und Selbstbewusstsein.

"IKU - spielend erleben", I.S.O.P. GmbH, Graz

Das Projekt IKU wurde vom Pädagogen Fred Ohenhen, selbst Nigerianer, im Jahre 1998 entwickelt. "IKU" - ein Wort aus der nigerianischen Sprache Edo, steht für "spielend erleben" - will die Multikulturalität der Steiermark bewusst machen. Das Projekt IKU der I.S.O.P (Innovative Sozialprojekte) beschäftigt derzeit ein Team von vier Frauen und sechs Männern aus sieben verschiedenen Ländern, wie z. B. Ghana, Spanien, Ruanda, usw. Durch Projekte an Kindergärten und Schulen werden Kindern Einblicke in andere Kulturen und Begegnungen mit Menschen anderer Hautfarbe, Herkunft bzw. Religion ermöglicht. Anliegen von IKU ist es, im spielerischen Umgang Freude am Anderssein, Interesse und Toleranz gegenüber "fremden" Menschen und Ländern zu fördern. Die Kinder erleben andere Kulturen mit allen Sinnen, bauen Ängste ab und beugen Vorurteilen vor - durch gemeinsames Lernen, Singen, Tanzen, Kochen und Essen.

"Jugendbildungswerkstätte", Gemeinnützige Interface Wien GbmH, Wien

Das Modell Jugendbildungswerkstätte unterstützt neu zugewanderte Jugendliche im Alter zwischen 15 und 25 Jahren beim Start in ihr Leben in Österreich. Im Deutschunterricht sind sogenannte "Plus-Maßnahmen" wesentlich. Diese umfassen Sozial-, Bildungs- und Berufsberatungen von Jugendlichen. Ziel ist es, die deutsche Sprache in Verbindung mit integrierter Allgemeinbildung zu erlernen, etwa in Geografie und Geschichte zu Wien, Österreich und Europa. Ein weiterer Fokus liegt dem Vermitteln von Grundkenntnissen der EDV, Sozialberatung und der Bildungs- und Berufswelt in Österreich.

"HIPPY", Verein für Informationsvermittlung, Bildung und Beratung, Wien

HIPPY ist ein Bildungs- und Frühförderprogramm für sozial- und bildungsbenachteiligte Familien mit Kindern im Alter zwischen drei und sieben Jahren. Jede Mutter wird bei sich zu Hause wöchentlich eine Stunde lang von einer zweisprachigen Betreuerin mit speziellem Übungsmaterial vertraut gemacht, das sie dann allein mit ihrem Kind täglich durcharbeitet. Mütter werden so in die Lage versetzt, eigenständig familiäre Bildungsaktivitäten durchzuführen. Ziel ist es, die Frauen zu stärken und sie dem Arbeitsmarkt näherzubringen, die Bildungschancen der Kinder zu verbessern und damit ihre gesellschaftliche Integration zu erleichtern.

Kategorie: "unternehmen & arbeiten"

"Gelebte Diversität", wohnpartner, Wien

wohnpartner ist ein Nachbarschafts-Service im Wiener Gemeindebau. Aufgabe ist es, durch vielfältige Angebote, Projekte und Maßnahmen die Nachbarschaft im Gemeindebau und die Identifikation mit dem Wohnumfeld zu stärken. Schon die Vielfalt seiner Mitarbeiter/innen an kulturellen Erfahrungen und Sprachen wird als Stärke betrachtet. Ein Drittel der Führungskräfte und etwa 40 Prozent der wohnpartner-Mitarbeiter/innen haben Migrationshintergrund. wohnpartner führt intern Diversitäts-Schulungen für alle Mitarbeiter/innen durch und hat zudem eine eigene Fokusgruppe rund um das Thema Diversität in der Organisation eingerichtet - auch speziell für türkischsprachige Mitarbeiter/innen. Stärke und Vielfalt der Mitarbeiter/innen ermöglicht es wohnpartner, den Anliegen der Bewohner/innen vor Ort besser zu entsprechen.

"Ökonomisches CSR Sprachenprojekt", Simacek Facility Management Group GbmH, Wien

Da ihre Mitarbeiter/innen aufgrund fehlender sozialer und familienbedingter Ressourcen oft keinen "regulären" Deutschkurs besuchen können, bietet die Simacek Facility Management Group unter Einbindung der Kunden-Firmen auf freiwilliger Basis Deutschunterricht am Arbeitsplatz an. Der Projektzeitraum ist auf mindestens drei Jahre angesetzt. In diesem Zeitraum sollen rund 350 Sprachausbildungen realisiert werden. Bereits in der ersten Phase haben sich mehr als 100 Mitarbeiter/innen angemeldet. Für Simacek geht es dabei auch um einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und zur sozialen Anerkennung der Mitarbeiter/innen. Projektpartner ist der Österreichische Integrationsfonds, im Speziellen das Habibi Sprachenhaus.

Integrationsseite, "Wiener Zeitung", Wien

Als einzige Tageszeitung im deutschen Sprachraum berichtet die "Wiener Zeitung" seit 20. März 2010 in jeder gedruckten Ausgabe auf mindestens einer Seite über Integration, Migranten, Communitys und interkulturelles Zusammenleben. Ausnahmslos kommen alle Communitys vor, auch abseits von politischen Kontroversen. Ebenso werden alle Facetten des interkulturellen Zusammenlebens - ob kulturelle, wirtschaftliche, gesellschaftliche oder sportliche Themen -aufgegriffen. Mehr als 200-mal ist die Seite bisher erschienen und hat über die ganze Bandbreite des Themas berichtet. Dazu tragen Mitarbeiter/innen mit Insiderwissen und viel Engagement für das Thema bei.

"Proviel Kompetenznetzwerk Lehre", VFQ Gesellschaft für Frauen und Qualifikation mbH in Linz

Das "Kompetenznetzwerk:Lehre" bietet ausgewählten Betrieben in Oberösterreich maßgeschneiderte Programme für Lehrlinge mit Migrationshintergrund an. Das Projekt versteht sich als Impulsgeber für die Entwicklung bzw. Förderung interkultureller Kompetenz in jenen Unternehmen, die verstärkt Lehrlinge mit Migrationshintergrund ausbilden (werden). Ziel ist es, mit den multiethnischen Lehrlingsteams kultursensibel und verantwortungsbewusst umzugehen. Die Kompetenzentwicklungsmaßnahmen setzen parallel bei Ausbildner/innen, zugewanderten und ansässigen Lehrlingen an. (Forts.)

Hinweis für die Redaktionen: Mit einer OTS heute um ca. 21.30 Uhr werden die Preisträger bekanntgegeben. Fotos können kurzfristig per Mail zur Verfügung gestellt werden

Die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien ist Gründungs- und Hauptsponsor des Vereins "Wirtschaft für Integration

Rückfragen & Kontakt:

Verein "Wirtschaft für Integration"
Mag.a Eser Akbaba
Kommunikation und Marketing
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Marketing und Kommunikation
Birgit.Kohlmaier-schacht@orf.at
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