Khol zu EU-Empfehlungen: Ja zu höherer Erwerbsbeteiligung Älterer. Andere drängende Punkte nicht übersehen.

"Als ob die Kommission sich nur zum Pensions-Thema geäußert hätte!"

Wien (OTS) - "Nach der gestrigen Präsentation der Kommissions-Empfehlungen an die einzelnen Länder, waren die entsprechenden österreichischen Schlagzeilen wenig überraschend: EU fordert Kampf gegen Überalterung. EU will Ende der "Hacklerregelung". So oder so ähnlich lauteten die Kommentare", erklärt Dr. Andreas Khol, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes und Präsident des Österreichischen Seniorenrates, und ergänzt: "Ja, mit diesem Thema beschäftigt sich der Bericht und ja, da haben wir Handlungsbedarf. Aber: Diese Handlungsnotwendigkeit ist der Österreichischen Politik bekannt und die entsprechenden Reformgruppen haben schon konkrete Vorschläge unterbreitet, deren Umsetzung problemlos und rasch erfolgen kann. In den Empfehlungen finden sich allerdings viele andere drängende Punkte, bei denen man von der Umsetzung noch deutlich weiter entfernt ist!"

Dazu nennt Khol einige konkrete Beispiele:

Aus dem Senioritätsprinzip - Neue Lebensverdienstkurve erforderlich!

"Wie wir Seniorenvertreter schon lange festgehalten haben ist eines der größten Hindernisse, Ältere zu beschäftigen, das nach wie vor geltende Senioritätsprinzip. Hier ist eine neue Lebensverdienstkurve dringend erforderlich: Mehr Einkommen zu Beginn, Steigerungen - abgesehen von Inflations- und Produktivitätsanpassungen - erfolgen danach ausschließlich aufgrund von Veränderungen im Leistungs- und Verantwortungsprofil. Hier erwarten wir dringend die Bezügereform im öffentlichen Dienst", erklärt Khol.

Strukturen im Gesundheitssystem dringend neu ordnen!

"Besonders in der Kritik steht auch in diesem Bericht die unübersichtliche Struktur im Gesundheitssystem (wie auch im Bildungssystem). Den Weg hin zu einheitlichen Planungs-, Kontroll-und Finanzierungsstrukturen will die Bundesregierung nun gehen. Bleibt zu hoffen, dass dieser Prozess konsequent und rasch eingeschlagen wird", so Khol weiter.

Chancen aller Teile der Gesellschaft nutzen - auch der Migranten!

"Der Bericht zeigt auch, dass sich Staatssekretär Sebastian Kurz mit seiner neuesten Initiative auf dem richtigen Weg befindet: Wir müssen die Ausbildungen von Migranten umfassender und rascher anerkennten, um auch deren Potential optimal für Österreich zu nutzen. Bleibt zu hoffen, dass ihn dabei schon bald alle Ministerkollegen so aktiv unterstützen wie zuletzt Wissenschaftsminister Töchterle", fordert Khol aktiven Einsatz für diesen nicht unwesentlichen Teil und fügt hinzu:

"Zusätzlich muss es dann auch gelingen ein umfassendes Netz für lebensbegleitendes Lernen bundesweit aufzuspannen. Jede und jeder muss bis zuletzt die Möglichkeit haben, sein Wissen, seine Fähigkeiten zu erweitern - auch im späten Erwerbsleben, auch nach der Pensionierung!"

Khol zu den Pensionsthemen im Kommissions-Bericht

"Dass der Seniorenbund ein verfassungskonformes Auslaufen der Hacklerregelung und ein rascheres Anheben der Frauenpensionsantrittsalter fordert, ist kein Geheimnis. Die Empfehlungen der EU-Kommission sind somit eine erneute Bestätigung unserer Standpunkte und bestärken uns darin, uns für diese Punkte weiterhin stark zu machen", erklärt Khol abschließend zu den die Pensionen betreffenden Punkten im Bericht.

"Allerdings lassen wir nicht zu, dass hier der Eindruck vermittelt wird, dies seien die einzigen Themen. Alle angeführten Punkte sind konsequent weiter zu verfolgen. Und zwar in der gut bewährten Art Österreichs: Gemeinsam mit den Sozialpartnern - also auch dem Seniorenrat. Die Verantwortung liegt bei Österreichs Bundesregierung und ich bin zuversichtlich, dass sie die beiden wahlfreien Jahre nutzen wird, einen Gutteil dieser wichtigen Aufgaben zu erledigen!"

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Österreichischer Seniorenbund, Susanne Kofler,
Tel.: 0650-581-78-82, skofler@seniorenbund.at; www.seniorenbund.at

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