Protest gegen Verschlechterungsvorschläge der EU für Sammlung und Verwertung von Elektroaltgeräten

EU-Vertreter bestätigen: Österreichisches System funktioniert hervorragend

Wien (OTS/PWK414) - Bei einem hochkarätig besetzten deutsch-österreichischen Gesprächstermin wurde in Wien die geplante Reform der WEEE-Richtlinie der EU über die Sammlung und Verwertung von Elektroaltgeräten diskutiert. Dabei kamen auch heiße Eisen wie die Regeln für den Versandhandel sowie die geplante sogenannte 0:1 Rücknahmepflicht zu Sprache. EU-Vertreterin Julia Phillip sparte nicht mit Lob für die österreichische Sammlung und Verwertung von Elektroaltgeräten und Batterien.

Neben Gesprächen im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft stand auch eine Diskussions- und Informationsveranstaltung in der Wirtschaftskammer Wien auf dem Programm. Neben Elisabeth Giehser, Geschäftsführerin der Koordinierungsstelle, und Petra Wieser (Wirtschaftskammer Österreich) waren dabei auch Julia Philipp als Vertreterin der Europäische Union und Alexander Goldberg von der deutschen "Stiftung Elektro-Altgeräte-Register (EAR)" am Podium.

Dabei unterstrich vor allem Julia Philipp die führende Position Österreich im Bereich der EAG-Sammlung und Verwertung. Mit rund 9kg gesammelter Elektroaltgeräte pro Einwohner und Jahr sowie auch bei der lückenlosen Dokumentation und Kontrolle des Recyclings sei Österreich tatsächlich vorbildhaft im EU-Raum.

Umso saurer stößt es allerdings den österreichischen Verantwortlichen auf, dass derzeit eine Diskussion über die Neufassung und Erweiterung der WEEE-Richtlinie in Gang ist. Heißestes Eisen dabei: die sogenannte 0:1 Rücknahmeverpflichtung für den Handel. Wolfgang Krejcik, Obmann des Bundesgremiums des Elektrohandels in der WKÖ: "Das wäre der Untergang für Hunderte kleine Elektrohändler in Österreich. Derzeit besteht ja bereits eine Rücknahmeverpflichtung alter Geräte bei gleichzeitigem Neukauf. Eine generelle Rücknahmepflicht für Händler würde schlichtweg bedeuten, dass Elektrohändler die Aufgaben der kommunalen Sammelstellen übernehmen müssten. Konkret heißt das: Gekauft wird z.B. im Internet, aber die alten Geräte landen dann beim Händler ums Eck. Dem werden wir ganz sicher nicht zustimmen, zumal das österreichische System hervorragend funktioniert und keiner Änderung bedarf."

Massive Kritik aus Österreich gibt es auch am sogenannten "europäischen Herstellerbegriff", der für alle kleineren EU-Staaten ebenfalls deutliche Nachteile bringen würde. Durch eine Verschiebung vom nationalen zum europäischen Herstellerbegriff würden in Österreich nur noch einige wenige Produzenten die die gesamten Kosten für die Sammlung und Entsorgung von Elektro- und Elektronikaltgeräte tragen müssen. Krejcik: "Bei einem Importanteil von 95 Prozent wäre Österreich von einer derartigen Neuregelung massiv betroffen. Dies könnte binnen kurzer Zeit in einem Kollaps des gesamten Entsorgungssystems münden. Es kann nicht sein, dass negative Lösungen entwickelt werden, die gerade jene Länder wie eben Österreich, treffen, die bisher sämtliche Richtlinien hervorragend umgesetzt haben. Dagegen werden wir uns wehren." (JR)

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