Neues Volksblatt: "Reformen" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 3. Juni 2011

Linz (OTS) - Wann sonst als heuer könnte "Reform" zum Wort des Jahres gekürt werden. Es ist in aller Munde, entweder es ruft jemand nach Reform, es kündigt jemand Reformen an oder, auch das gibt es, Reformen werden umgesetzt. Dann - siehe Spitalsreform in OÖ - sehen sich selbst die wortgewaltigsten Stillstandsbeklager veranlasst, Applaus zu spenden. Zur Wahrung der Kritiker-Identität wird halt dann noch ein "Aber..." drangehängt.
Eigentlich befinden wir uns in einem historischen Zeitfenster, was Reformen betrifft. Wird so uneingeschränkt Neuerungen auf allen Ebenen das Wort geredet wie jetzt, gäbe es keinen Grund zum Zaudern. Im Gegenteil: Wenn sich beispielsweise in Bezug auf Veränderungen jemand so aufdrängt wie die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst wäre es fahrlässg, würde der Bund als Dienstgeber die ausgestreckte Hand nicht ergreifen. Blöd nur, dass der Teufel nicht nur im Detail, sondern auch in der Semantik steckt. Die Krux vieler Reformbemühungen ist das unterschiedliche Verständnis der Beteiligten von Weg und Ziel. Wie man an der Spitalsreform gesehen hat, ist es kein Fehler, die Sacharbeit den Experten zu überlassen. Es ist dann ohnehin noch der politische Mut gefragt, wenn es ums Umsetzen von Reformen geht.

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