VP-Marek: Aktive Gleichstellungspolitik braucht Männer

Erster Agenda Wien+ Talk zum Thema "Männer: Neue Rollen, neue Verantwortungen, neue Herausforderungen"

Wien (OTS) - "Als engagierte Frauenpolitikerin bin ich davon überzeugt, dass aktive Frauen- und Gleichstellungspolitik nicht ohne Männer auskommen darf und kann. Frauenpolitik die es ernst meint, darf die Männer nie ausschließen", so ÖVP Wien Landesparteiobfrau Christine Marek anlässlich des ersten Agenda Wien+ Talks zum Thema "Männer: Neue Rollen, neue Verantwortungen, neue Herausforderungen", zu dem sie gestern, Mittwoch, auf den Gerstenboden der Ottakringer Brauerei eingeladen hatte.

Im Rahmen des laufenden inhaltlichen Erneuerungsprozesses der ÖVP Wien habe man sich bewusst dafür entschieden, das Thema "Männer" einem Diskurs zu unterziehen, da gerade im urbanen Bereich alte Rollenbilder und traditionelle Familienmuster, wie beispielsweise die Großfamilie, schneller aufbrechen, weil sie in der Stadt oftmals nicht mehr existieren.

Ziel dieser Diskussion war es auch, den Widerspruch zwischen neuen Forderungen nach einer aktiveren Vaterschaft wie z.B. im Rahmen der gemeinsamen Obsorge oder dem Papamonat und der offensichtlich traditionellen und konservativen Einstellung der Jugendlichen, wie vor kurzem der "Jugendmonitor" zeigte, anzusprechen und mögliche Wege aufzuzeigen.

Fehlende Rollenvorbilder für junge Männer

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal, Arbeits- und Sozialrechtsexperte an der Universität Wien wies in seinem einleitenden Impulsstatement darauf hin, dass wir alle von verschiedensten Themen und Bildern geprägt seien und es oft schwer falle, sich von diesen zu verabschieden. "Die öffentliche Wahrnehmung besteht auf der einen Seite aus den `Machos` und auf der anderen Seite den `Softies`. Das ist das, womit heranwachsende Männer und Frauen konfrontiert sind und sich wechselseitig damit konfrontieren." Mazal hielt fest, dass viele junge Menschen mit diesem Thema alleingelassen würden und er appellierte in diesem Zusammenhang, auf der einen Seite an der Bewusstseins- und Informationsebene anzusetzen und zu arbeiten und parallel dazu die notwendigen Strukturen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer und Frauen, etwa im Bereich der Kinderbetreuung, zu schaffen.

Journalistin und Autorin Mag. Sibylle Hamann hielt fest, dass sie es gut finde, dass an Männer gewisse Ansprüche gestellt würde, allerdings "sehen junge Menschen bei uns wenig Kreativität dabei, sich Modelle auszudenken, wie das gleichberechtigte Zusammenleben funktionieren könnte". Eine zentrale Rolle nehme dabei auch die Berufstätigkeit von Frauen und Männern ein. "Es gibt aus meiner Sicht keine Alternative zur eigenständigen Verankerung von Frauen in der Berufswelt."

Dr. Christiane Rille-Pfeiffer vom Österreichischen Institut für Familienforschung an der Universität Wien wies auf das Problem hin, dass junge Männer oft keine Rollenvorbilder hätten. "Es werden gewisse Erwartungen und Anforderungen an sie gestellt, sie wissen aber nicht, wie sie damit umgehen." In ihren Ausführungen wies sie auch darauf hin, dass man bei der gesamten Diskussion um Männer und deren Rollen und Verantwortungen aber auch die Frauen nicht ganz aus der Verantwortung nehmen dürfe, weil diese zum Teil vieles blockieren würden. "Als Frauen müssen wir akzeptieren, dass Männer beispielsweise auch anders erziehen und es dann aber auch zulassen."

"Jugendliche spiegeln uns wider, was wir ihnen vorleben. Es braucht Bezugspersonen, die ausgeglichen präsent sind. Dafür fehlen allerdings die strukturellen Maßnahmen", so Männerforscher Dr. Erich Lehner.

Schulterschluss zwischen Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik

In ihrem Resümee hielt ÖVP Wien Landesparteiobfrau Christine Marek fest, dass die Diskussion für sie ganz klar gezeigt habe, dass es einen Schulterschluss zwischen Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik brauche, um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen.

"Aus Sicht der Politik müssen wir uns auch die Frage stellen, wo wir Druck wegnehmen können und müssen - etwa bei den Rahmenbedingungen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf - und wo die Politik künftig mehr Druck aufbauen muss, um wünschenswerte Veränderungen herbeizuführen", so Marek abschließend mit Blick auf ein Wien im Jahr 2030, das im Mittelpunkt des von ihr initiierten Agenda Wien+ Prozesses steht.

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