Heinisch-Hosek: "Wir brauchen eine moderne Familienpolitik für Alleinerziehende"

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Sozialminister Rudolf Hundstorfer präsentieren Studie "Alleinerziehende in Österreich"

Wien (OTS) - "Es ist höchste Zeit, dass wir uns der großen Gruppe der Alleinerziehenden in Österreich verstärkt widmen. Die heute vorgestellte Studie ist dabei ein wichtiger Baustein. Gleichzeitig müssen wir auch die nächsten, konkreten Umsetzungsschritte planen", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek im Rahmen der heutigen Studienpräsentation "Alleinerziehende in Österreich -Lebensbedingungen und Armutsrisiken" im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz in Wien. Gemeinsam mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer nahm sie zu den Ergebnissen der Untersuchung über die Situation alleinerziehender Mütter und Väter in Österreich Stellung, die anlässlich des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung 2010 in Auftrag gegeben worden war.

"In unserem Land sind 106.000 Frauen mit Kindern unter 15 Jahren Alleinerzieherinnen, also jede achte Frau mit Betreuungspflichten für Kinder in diesem Alter. Allen gemeinsam ist eine hohe Mehrfachbelastung, um alles unter einen Hut zu bekommen", so Heinisch-Hosek zu den vorliegenden Zahlen. Die Untersuchung basiert auf Daten der Statistik Austria sowie auf Interviews mit Betroffenen und ExpertInnen. Ulrike Zartler und Martina Beham stellten die Hauptergebnisse vor, die gemeinsam von den Instituten für Soziologie der Universitäten Wien und Linz erarbeitet wurden. Demnach sind 14 Prozent aller Familien mit Kindern im Vorschul- und Pflichtschulalter Ein-Eltern-Familien, 92 Prozent davon sind Familien alleinerziehender Mütter. Viele dieser Mütter arbeiten Teilzeit, die Armutsgefährdung alleinerziehender Frauen ist überdurchschnittlich hoch.

"Wir brauchen eine moderne Familienpolitik für das 21. Jahrhundert. Es gilt, Antworten auf neue gesellschaftliche Realitäten zu geben", sagte die Frauenministerin. Auf der gestern zu Ende gegangenen Regierungsklausur habe man sich dazu bereits auf eine Reihe von Projekten und Maßnahmen geeinigt. Die Kinderbetreuungsplätze für die Unter-Dreijährigen würden um 5.000 Plätze jährlich ausgebaut werden. "Für heuer stehen uns dafür zusätzlich zehn Millionen Euro zur Verfügung, von 2012 bis 2014 sind jährlich 15 Millionen Euro vorgesehen. Mein Ziel ist es, dass 24 Prozent der Unter-Dreijährigen, also jedes vierte Kind, bis 2014 einen Betreuungsplatz hat", sagte Heinisch-Hosek. Eine lückenlose Kinderbetreuung sei eine wichtige Voraussetzung für Erwerbstätigkeit, ergänzte Sozialminister Hundstorfer. "Wir müssen alles daran setzen, dass die Erwerbschancen verbessert werden. Dazu gehört auch, dass wir weiter intensiv in Qualifizierungsmaßnahmen investieren", so der Minister.

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