"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Beifall mit Vorbehalt"

Angesichts der heimischen Realverfassung ist die Schulreform sensationell.

Wien (OTS) - Ja zur Gesamtschule sagte die SPÖ, Nein zur "Eintopfschule" sagte die ÖVP. Ja zur Ganztagsschule sagte die SPÖ, Nein zur "Zwangstagsschule" sagte die ÖVP. Weil in diesem Land Ideologie die Vernunft überlagerte, ging bildungspolitisch nichts weiter - unzählige negative PISA-Ergebnisse hin oder her.
So gesehen ist das, worauf sich die Koalitionsparteien bei ihrer Klausur verständigt haben, nachgerade eine Sensation: Für jeden zweiten Schüler soll es Ganztagsbetreuung geben; alle Hauptschulen sollen "Neue Mittelschulen" werden; die Ausbildung der Lehrer, deren Dienst- und Gehaltsrecht wird modernisiert.
Die ÖVP dürfte erkannt haben, dass sie mit Blockade à la Neugebauer auch ihr eigenes Fortkommen hemmt; Kinder und Eltern haben andere Bedürfnisse als Beamtengewerkschafter. Zu applaudieren ist Roten und Schwarzen freilich erst dann, wenn sie das, was sie in Aussicht stellen, auch realisieren. Ein neues Lehrerdienstrecht etwa stand in jedem Regierungsprogramm.
Jetzt wird ein Zeitplan mitgeliefert. Das ist ein Fortschritt. Er erhöht den Druck, nicht nur zu versprechen, sondern auch zu tun. Bei der Wahl 2013 werden Faymann und Spindelegger daran zu messen sein.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0002