"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Grassers heile Welt"

Der Ex-Finanzminister wusste nicht, wie sein Geld angelegt wurde. Schön blöd.

Wien (OTS) - Wer heute Unternehmer wird, bekommt es schnell mit
der Finanz zu tun. Man braucht eine Steuernummer, die Mehrwertsteuer ist pünktlich zu zahlen, und laufen die Geschäfte besser, kommt auch schon die Vorschreibung für eine Vorauszahlung. Das alles wusste der Finanzminister a. D. Karl-Heinz Grasser natürlich - und wollte sich das durch eine raffinierte Stiftungskonstruktion ersparen.
Der gewiefte Unternehmer Grasser behauptet nun im KURIER-Interview, er habe nie gewusst, dass seine Stiftung weitere Stiftungen und Firmen in Steuerparadiesen gegründet hat. Und dass ein Wohnungskredit organisiert wurde. Sollte es einen zweiten Österreicher geben, der viele Millionen gestiftet hat und sich dann nicht mehr darum gekümmert hat, was mit seinem Geld passiert, soll er/sie sich bitte beim KURIER melden. Karl-Heinz Grasser kann noch so oft seine Löwenmähne im sanften Frühlingswind spielen lassen, glaubwürdig wird er erst dann, wenn er endlich die Wahrheit sagt. Ungefähr so: "Ich war doch nicht so deppert wie die meisten Österreicher und schenk mein halbes Geld der Finanz. Und deswegen habe ich mir vom Steuerberater Deloitte eine raffinierte Konstruktion basteln lassen." Ob das alles legal war, haben Gerichte zu klären.

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