Welchen Wert haben Kinder in Österreich?

Familienbundpräsidentin LAbg. Andrea Gottweis fordert eine kindgerechte Gesellschaft - Neue Broschüre "Kinder brauchen Elternzeit" präsentiert

St. Pölten (OTS) - "Nicht Bodenschätze sichern die Zukunft Österreichs, unseres Gesellschaftssystems, sondern ausreichender, gut ausgebildeter Nachwuchs", erklärt die Präsidentin des Österreichischen Familienbundes, LAbg. Andrea Gottweis, anlässlich des morgigen internationalen Tages des Kindes im Rahmen einer Pressekonferenz. Der neue Demographiebericht der Europäischen Union sieht die Gesamtfruchtbarkeitsrate in Österreich bei 1,39. Hier besteht Handlungsbedarf, weil für den Erhalt unseres Systems 2,1 Kinder/ Frau notwendig wären. Laut der jüngsten Umfrage des Familienministeriums steht unsere Jugend dem Thema "Familie" und "Kinder haben" mehrheitlich positiv gegenüber. Allerdings geht der Kinderwunsch nicht einher mit der tatsächlichen Geburtenrate.

Die Entwicklung einer stabilen und konstanten Beziehung der Kinder zu ihren Eltern erfolgt vor allem in den ersten drei Jahren. Sie ist zugleich ein wesentlicher Faktor, wenn es um die Lernfähigkeit der Kinder geht. "Das Entwickeln einer starken emotionalen Bindung und das Bilden von Urvertrauen sind die Basis eines erfolgreichen Bildungsweges. Dafür sollen sich Eltern auch Zeit nehmen können", fordert Gottweis.

Wahlfreiheit für die Art der Kinderbetreuung gewährleisten
Die Politik ist gefordert, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, um dem Individuum Mensch auch die Möglichkeit zu geben, seinen Lebensplan individuell zu gestalten. Es gibt keinen einheitlichen Fahrplan, wie Kinder am besten zu betreuen sind. Jede Familie hat ihre eigene Geschichte. Kein Kind gleicht dem anderen. Studien mögen Richtlinien sein für eine Schwerpunktsetzung der Investitionen. Die Wahlfreiheit der Art der Kinderbetreuung muss für alle Familien gewährleistet sein. "Geben wir doch unserer Jugend die Chance, ihre Wünsche nach Familie und Kindern auch leben zu können", erklärt die Familienpolitikerin.

Kinder brauchen Elternzeit - Broschüre präsentiert

"Der Wert, den in ihrer Beziehung zu den Eltern gefestigte Kinder für unsere Gesellschaft haben, ist unbezahlbar", betont die Präsidentin. Das Elternhaus ist der erste Ort der Bildung. Die Eltern sind die konstanten Bildungspartner ihrer Kinder, während die Pädagoginnen und Pädagogen im Laufe des Bildungsweges immer wieder wechseln. Daher ist eine engere Zusammenarbeit der Eltern mit den Personen, die ihre Kinder unterrichten, anzustreben. "Dadurch können Talente besser und früher erkannt werden. Diese müssen dann mittels eines möglichst differenzierten und vielfältigen Angebotes gefördert werden", unterstreicht Familienbund - Bildungsexpertin Heidi Jütte.

Krisenkarenz für Familien gefordert

Um Eltern zu ermöglichen, ihrem Kind in einer schwierigen Situation, in der es besondere Zuwendung und Hilfe braucht beizustehen, setzt sich der Österreichische Familienbund für eine "Krisenkarenz" - angelehnt an das Modell der Bildungskarenz - ein. Diese Krisenkarenz soll mit verpflichtenden familienunterstützenden Angeboten verbunden sein. So können die hohen Folgekosten für das System gesenkt werden, die jetzt durch spätere Interventionen bei Verhaltenskrisen von Jugendlichen entstehen.

Ausbildungspflicht bis 18 gefordert

Jugendliche, die das Bildungssystem ohne Schulabschluss oder Berufsausbildung verlassen, haben schlechte Chancen einen Arbeitsplatz zu finden und selbstbestimmt ihr Leben gestalten zu können. Daher fordert der Österreichische Familienbund eine Ausbildungspflicht bis zum vollendeten 18. Lebensjahr mit dem Ziel, in dieser Zeit auch den positiven Pflichtschulabschluss abzulegen. Die Ausbildungspflicht soll mit möglichst vielen Angeboten, die die Erfüllung dieser Verpflichtung ermöglichen, gekoppelt werden (z.B. Berufsschule mit Lehre, berufsbildende mittlere Schule, Teillehre, usw.).

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