Behörde erteilt Baugenehmigung für Semmering-Basistunnel

Infrastrukturministerin Bures: "Bahn frei für umweltfreundlichen Verkehr"

Wien (OTS/BMVIT) - Die Oberste Eisenbahnbehörde gibt grünes Licht für den Semmering-Basistunnel. Nach genau einem Jahr Verfahren ist jetzt die Umweltverträglichkeit des Schienen-Großprojekts bestätigt und die Baugenehmigung erteilt. Gestern, Montag, hat die Behörde das entsprechende Edikt versandt. Für Infrastrukturministerin Doris Bures ist diese Entscheidung deswegen so wichtig, weil der SBT gemeinsam mit der Koralmbahn das Herzstück der neuen Südbahn bildet: "Die Südstrecke ist für Österreich einer der wichtigsten Korridore, im innerösterreichischen Verkehr genauso wie im grenzüberschreitenden Verkehr. Mit dem Ausbau wird es gelingen, dass wir den enormen Zuwachs im Güterverkehr umweltfreundlich bewältigen können und für den Personenverkehr ein absolut konkurrenzfähiges Angebot zur Straße auf die Schiene bringen. Das Signal ist klar: Bahn frei für umweltfreundlichen Verkehr." ****

Der Korridor mit Südbahn, Südautobahn und Semmering-Schnellstraße ist neben der Weststrecke und dem Brenner-Korridor eine der drei Verkehrsachsen in Österreich mit dem größten Güter- und Personenverkehrsaufkommen. 25 Mio. t Güter werden hier auf Bahn und Straße transportiert (Querschnitt Semmering, Wechsel), davon 9 Mio. t auf der Bahn. Nach der aktuellen Verkehrsprognose wird das Güterverkehrsaufkommen im Korridor bis 2025 um über 80 Prozent steigen. Die heutigen Kapazitäten der Schiene reichen bei weitem nicht, um diesen Zuwachs zu bewältigen.

Die Südbahn ist neben der Westbahn die wichtigste Bahnachse in Österreich, und international das zentrale Teilstück der Baltisch-Adriatischen Achse von Danzig nach Bologna bzw. an die Häfen der oberen Adria. Der Ausbau schafft die notwendigen Kapazitäten und macht den Güterverkehr sehr viel wirtschaftlicher.

Vom Potential für den Personenverkehr ist die Südbahn mit der Westbahn vergleichbar. Wegen der langen Fahrzeiten liegt das Fahrgastaufkommen im Fernverkehr allerdings nur bei einem Viertel (Westbahn 19 Mio., Südbahn nur 4,7 Mio.). Der Ausbau führt beinahe zu einer Halbierung der Fahrzeiten (Wien-Klagenfurt 2:40 statt 4:00 Stunden).

Die wichtigsten Stationen für die neue Südbahn

Neubau Hauptbahnhof Wien (in Bau, Start für Betrieb Ende 2012), Ausbau Pottendorferlinie (in Bau), Semmeringbasistunnel (Baugenehmigung jetzt erteilt, Baubeginn 2012, Betrieb 2024), Umbau Bahnhof Graz (in Bau), 130 km lange Neubaustrecke Koralmbahn (in Bau, Betrieb 2022). In Summe werden rund 10 Mrd. Euro investiert, davon sind 3 Mrd. bereits verbaut oder vergeben.

Baugenehmigung und Umweltverträglichkeit für Semmeringbasistunnel

Die Oberste Eisenbahnbehörde hat jetzt die UVP für den Semmeringbasistunnel (SBT) abgeschlossen und die Baugenehmigung erteilt. Die Naturschutz-Bescheide der Länder Niederösterreich und Steiermark werden für die kommenden Wochen erwartet.

  • Die Baugenehmigung und forstrechtliche Rodungsbewilligung liegen vor.
  • Die Umweltverträglichkeit wurde bestätigt (mit der Auflage, dass die zahlreichen von den UVP-Sachverständigen für erforderlich erachteten zwingenden Maßnahmen aus dem Umweltverträglichkeitsgutachten umgesetzt werden).
  • Allfällige Berufungen (acht Wochen Berufungsfrist ab Ediktveröffentlichung) sind abzuwarten.
  • Der BMVIT-Bescheid schreibt neun Bauaufsichten zur Kontrolle der Umsetzung vor.
  • Ausschreibung der ersten Baulose kann nach Rechtskraft des Genehmigungsbescheides erfolgen (Rechtskraft tritt erst nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach rechtskräftiger Abhandlung der möglichen Berufungen ein).
  • Ein Baubeginn mit wichtigen Vorarbeiten (Hochwasserschutz, Brücken etc.) ist damit Ende 2012 möglich (wenn mögliche Berufungsverfahren rasch abgeschlossen werden können), damit ist auch die Fertigstellung 2024 realistisch.

Alle Informationen zum Verfahren auf der Homepage des BMVIT unter:
www.bmvit.gv.at/verkehr/eisenbahn/verfahren/semmering
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Susanna Enk, Pressesprecherin
Tel.: +43 (0) 1 711 6265-8121
susanna.enk@bmvit.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVM0003