Seniorenbund: Offener Brief an Pflege- und Gesundheitslandesrät/innen

Ideen direkt in Verhandlungen zur Pflegestrukturreform einbringen, bis Ende 2012 keine nur auf ein Bundesland beschränkten Regelungen mehr "erfinden"!

Wien (OTS) - Sehr geehrte Damen und Herren Landesrät/innen,

die Sie in Ihrem Bundesland für Pflege & Betreuung täglich Verantwortung übernehmen!

Ich wende mich heute - an jenem Tag, wo im Ministerrat die Gesetze zum Pflegefonds finanlisiert werden - mit einem offenen Brief an jede/n Einzelne/n von Ihnen mit einem großen Anliegen, dass uns Seniorenvertretern sehr am Herzen liegt:

Bitte nutzen wir alle gemeinsam jene Verschnaufpause, die uns der zeitlich bis 2014 befristete Pflegefonds jetzt gibt: Starten wir rasch die Verhandlungen zur Pflegestrukturreform und bringen wir dort unsere Einzelvorschläge konstruktiv ein.

Wie Sie aus erster Hand selbst wissen, wurde im Zuge der Verhandlungen zum Pflegefonds vereinbart, bis Ende 2012 eine echte Pflegestrukturreform fertig zu stellen. Bis dahin sind nur noch 19 Monate Zeit, was relativ wenig ist, bedenkt man, wie zahlreich die zu beantwortenden Fragen und wie unterschiedlich die einzelnen Antwortentwürfe dazu sind. Es ist also dringend an der Zeit, diese Verhandlungen jetzt gemeinsam zu starten.

Wenn nun einige von Ihnen schon für die kommenden Wochen und Monate "Pflegereformen" in Ihrem eigenen Bundesland vorsehen, so fürchten wir, dass diese Schritte dazu führen, dass wir uns noch weiter von einer bundesweiten Vereinheitlichung der diversen Pflegeregelungen entfernen, was eine Einigung bis Ende 2012 und eine danach rasch zu erfolgende bundesweite Umsetzung weiter erschweren könnte.

Wir ersuchen Sie daher, von Neuregelungen, die ausschließlich auf Ihr Bundesland beschränkt sind, in den kommenden Monaten vorerst abzusehen - geben wir ernst gemeinten Verhandlungen zu einer echten Pflegestrukturreform eine Chance! Gemeint sind selbstverständlich nicht Projekte zum Ausbau von mobilen Diensten o.Ä., sondern vor allem Umstellungen in den Pflegestrukturen - wie zB die Wiedereinführung des Angehörigenregress in der Steiermark, um hier nur ein sehr konkretes Beispiel zu nennen.

Mit dem Pflegefonds und den Veränderungen in der Pflegegeldverwaltung ist ein erster guter Schritt gelungen, was nur möglich war, weil Bund, Länder und Gemeinden jeweils ein gutes Stück aufeinander zugegangen sind. Darüber sind die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen in ganz Österreich sehr froh. Setzen wir nun gemeinsam den nächsten Schritt: Für ein nachhaltig finanzierbares, bundeseinheitlich garantiertes und modernes Pflegesystem in Österreich!

LAbg. Ingrid Korosec

Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes

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Österreichischer Seniorenbund, Susanne Kofler, 0650-581-78-82; skofler@seniorenbund.at; www.seniorenbund.at

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