Karlheinz Töchterle: Qualitätssicherung NEU bringt ein Mehr an Qualität im Hochschulbereich

Eckpunkte zum Qualitätssicherungsrahmengesetz liegen vor - "Ombudsstelle für Studierende" wird gesetzlich verankert - AQA Austria bündelt künftig drei Agenturen

Wien (OTS) - "Die Qualitätssicherung NEU bringt ein Mehr an Qualität im Hochschulbereich. Wir schaffen einen sektorenübergreifenden und zukunftsfähigen Rahmen, der den Ausbau und die Weiterentwicklung der Qualitätssicherung an den Hochschulen ermöglicht", so Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle. Eckpunkte des in den vergangenen Monaten unter Einbindung der betroffenen Agenturen und Räte bzw. der Hochschulkonferenzen erarbeiteten Qualitätssicherungsrahmengesetzes liegen nun vor, das Gesetz passiert am 7. Juni den Ministerrat und wird anschließend im Parlament diskutiert und beschlossen. Mit 1. März 2012 wird die Qualitätssicherung NEU für die Universitäten, Fachhochschulen und Privatuniversitäten in Kraft treten. Zentral sind Qualitätsaspekte aber ebenso eine Verwaltungsvereinfachung sowie die internationale Vergleichbarkeit. Die drei bis dato tätigen Räte und Agenturen werden sich zu einer gemeinsamen Organisation zusammenschließen, eine "Ombudsstelle für Studierende" wird gesetzlich verankert.

Derzeit gibt es in Österreich drei Agenturen, die mit Qualitätssicherung befasst sind (AQA, Akkreditierungsrat, Fachhochschulrat). Künftig wird es mit der "Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria" (AQAA) eine neue, sektorenübergreifende Einrichtung für externe Qualitätssicherung im Tertiärbereich geben. Die bestehenden drei Einrichtungen werden integriert. Weiters wird eine "Ombudsstelle für Studierende" als Nachfolge der derzeitigen Studierendenanwaltschaft gesetzlich verankert. Sie nimmt einen Informations- und Serviceauftrag wahr.

Das Qualitätssicherungsrahmengesetz zielt auch auf internationale Vergleichbarkeit ab, wurde doch im Rahmen des Bologna-Prozesses die Entwicklung eines europäischen Bildungsraumes beschlossen, der die Mobilität fördern und die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Beschäftigungsfähigkeit auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene sichern soll. Die Förderung der europäischen Zusammenarbeit in Fragen der Qualitätssicherung ist dabei wesentlicher Bestandteil des Bologna-Prozesses. Ein gemeinsames System von Standards, Verfahren und Leitlinien zur Qualitätssicherung soll die Entwicklung der Qualität fördern.

Durch die Neuregelung im Bereich der Qualitätssicherung gibt es auch Änderungsbedarf im Fachhochschul-Studiengesetz und im Universitäts-Akkreditierungsgesetz. Das neue Qualitätssicherungsrahmengesetz umfasst daher das Hochschul-Qualitätssicherungsgesetz (HS-QSG), das Privatuniversitätengesetz (PUG) sowie die Novelle des Fachhochschul-Studiengesetzes (FHStG) und des Bildungsdokumentationsgesetzes.

Das Hochschul-Qualitätssicherungsgesetz (HS-QSG) für öffentliche und private Universitäten und Fachhochschulen soll durch eine Neuordnung der externen Qualitätssicherung einen wesentlichen Beitrag zur Qualitätssteigerung und Qualitätsentwicklung von Hochschulen und deren Angeboten leisten. Mit dem neuen Bundesgesetz über Privatuniversitäten (Privatuniversitätengesetz PUG) wird eine rechtliche Klarstellung zum neuen Hochschul-Qualitätssicherungsgesetz und eine Weiterentwicklung der Privatuniversitäten gewährleistet. Unter anderem werden Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Männern sowie zur Frauenförderung verankert, und Privatuniversitäten wird die Teilnahme an kompetitiver Forschungsförderung ermöglicht.

Auch das Fachhochschul-Studiengesetz wurde an das Hochschul-Qualitätssicherungsgesetz angepasst. Neu sind unter anderem die Durchführung von gemeinsamen Studienprogrammen analog zum UG, die Angleichung des Nostrifizierungsverfahrens an die Bestimmungen des UG sowie die gesetzliche Verankerung studienrechtlicher Mindeststandards.

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