15 Jahre Wohnungssicherung in Wien

FAWOS - die Fachstelle für Wohnungssicherung der Volkshilfe Wien hilft seit 1996

Wien (OTS) - FAWOS ist eine Beratungsstelle für alle MieterInnen von Privat- und Genossenschaftswohnungen, die vom Verlust ihrer Wohnung bedroht sind.

"Die Fachstelle für Wohnungssicherung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Wiener Wohnungslosenhilfe, die in den vergangenen 15 Jahren tausendfach Wohnungslosigkeit verhindert hat.", so DSA Walter Kiss, Geschäftsführer der Volkshilfe Wien zum 15-jährigen Bestehen von FAWOS, das gestern im Bruno Kreisky Forum gefeiert wurde. Durch sozialarbeiterische und rechtliche Beratung, Betreuung und auch durch finanzielle Unterstützungen gelang es, in 76 Prozent der Fälle die Wohnung der KlientInnen zu sichern. Mehr als 11.000 betroffene Haushalte konnten bisher durch die Arbeit der Fachstelle ihre Wohnung behalten.

Die Fachstelle setzt sich aus MitarbeiterInnen der Volkshilfe Wien und MitarbeiterInnen der Magistratsabteilung 40 - Fachstelle Mindestsicherung zusammen. Die Stadt Wien finanziert den Betrieb mit rund 800.000 Euro pro Jahr. "Der Erfolg von FAWOS ist in besonderem Maße dieser guten und innovativen Zusammenarbeit zu verdanken.", ist sich Kiss sicher, und weiter: "Durch diese ideale Kooperation von öffentlicher Verwaltung und NGO ist es uns möglich, die Klientinnen und Klienten optimal und vor allem rasch zu unterstützen."

Aktive Kontaktaufnahme mit Betroffenen
Aufgrund der bestehenden Gesetzeslage wird FAWOS durch die Bezirksgerichte von Exekutionstiteln und Räumungsterminen, die Wohnraum betreffen, verständigt. In den letzten 15 Jahren trafen mehr als 74.500 Verständigungen ein. Darin sind Benachrichtigungen, die Gemeindewohnungen betreffen, nicht enthalten. MieterInnen von Gemeindewohnungen werden zwar von FAWOS datenmäßig erfasst, aber an die zuständigen Gemeindedienststellen verwiesen.

Weitere 10.000 MieterInnen nahmen seit 1996 selbst oder über eine soziale Einrichtung Kontakt zu FAWOS auf, ohne dass eine gerichtliche Verständigung vorlag.

Alle der Fachstelle bekannt gewordenen Fälle werden bei drohender Wohnungslosigkeit schriftlich zu einem Gespräch eingeladen. In einem Erstgespräch werden Ursachen und Gründe für die Existenz bedrohende Situation, persönliche Verhältnisse, die mietrechtliche und wirtschaftliche Situation und Lösungsstrategien geklärt.

Vorbeugen statt delogieren
FAWOS basiert auf einem Konzept, das eine einheitlich organisierte Wohnungssicherung mit rascher und effizienter Hilfe für den privaten Wohnungsbestand anbietet. "Delogierungsprävention hat nicht nur den Vorteil geringerer Kosten für die Sozialhilfeträger, sondern bedeutet für die Betroffenen die Verhinderung von persönlichem Leid.", so DSA Renate U. Kitzman, Einrichtungsleiterin und Mitbegründerin von FAWOS. Wichtige Sozialisationsprozesse - vor allem bei Kindern - werden nicht gestört oder unterbrochen. "Im Sinne des Grundsatzes 'Hilfe zur Selbsthilfe' steht primär die Eigenleistung der KlientInnen im Vordergrund.", so Kitzman, und weiter: "In einigen Fällen ist es allerdings ökonomisch und sozial sinnvoller - natürlich auf Basis gesetzlicher Bestimmungen - mit finanziellen Zuwendungen auszuhelfen."

Im Laufe der 15 Jahre mussten knapp 17 Millionen Euro in die Wohnungssicherung investiert werden, fast zur Gänze von der Stadt Wien. Einen Teil finanzierte das Wohnservice Wien und auch die Volkshilfe Wien stellte finanzielle Mittel zur Verfügung. Mehr als die Hälfte war zur Abdeckung der Personal- und Sachkosten notwendig. 7,2 Millionen Euro wurden in Form finanzieller Unterstützungen direkt zur Abdeckung von Mietrückständen verwendet.

Umgerechnet waren durchschnittlich pro Person 215 Euro und pro Haushalt knapp 500 Euro notwendig um Familien, AlleinerzieherInnen, Einzelpersonen und Paaren den Wohnraum zu erhalten.

Das Thema "vorbeugen statt delogieren" stand auch im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion an der sich Prof.in Erika Stubenvoll, Stellvertretende Vorsitzende der Volkshilfe Wien, Bernhard Mager, MA 24 Sozialplanung, Herta Jani, mobile Gebietsbetreuung, und Heinz Schoibl von Helix Austria beteiligten. Ihr Hauptanliegen ist ein möglichst einfacher und uneingeschränkter Zugang zur Wohnbeihilfe.

Buchpräsentation "Die lange Nacht der Wohnungslosen"
Der Bedeutung der eigenen Wohnung, insbesondere wenn eine Delogierung droht, widmet sich seit gestern auch ein eigenes Buch:
"Die lange Nacht der Wohnungslosen" setzt sich aus Beiträgen von Persönlichkeiten aus den verschiedensten Lebensbereichen zusammen, Betroffene ebenso wie ExpertInnen aus dem Bereich der Wohnungslosenhilfe, PolitikerInnen und KünstlerInnen. Das Buch ist gegen eine Spende und mit einem E-Mail an fawos@volkshilfe-wien.at erhältlich. Die Spendengelder kommen zu gleichen Teilen der Sozialberatung und der Wohndrehscheibe der Volkshilfe Wien zugute.

Rückfragen & Kontakt:

Volkshilfe Wien
Mag.a (FH) Christine Himmer-Penz
Tel.: 0043 1 360 64-79
himmer-penz@volkshilfe-wien.at
www.volkshilfe-wien.at

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