Wie bleibt Medizin in Wien Top?

Dieser Frage ist ein prominentes Panel am Donnerstag, dem 26.05. um 18:30 im Ares Tower nachgegangen.

Wien (OTS) - Zum Thema "Top-Medizin in Wien - Wirklichkeit oder Ziel?" diskutierte eine hochkarätige Runde im Ares Tower. Alois Stöger, Bundesminister für Gesundheit, Univ. Prof. Dr. Christoph Zielinski, Vorstand der Univ. Klinik für Innere Medizin I, Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie an der Medizinischen Universität Wien, Dr. Martin Spatz, MBA, Geschäftsführer ratiopharm Arzneimittel Vertriebs GmbH, Österreich, Univ. Prof. Dr. Markus Müller, Leiter der Univ. Klinik für Klinische Pharmakologie am AKH Wien, Univ. Prof. Dr. Paul Sevelda, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Vorstand der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des Krankenhauses Hietzing, Univ. Prof. Dr. Bernhard Schwarz, Leiter des Karl Landsteiner Instituts für Gesundheitsökonomie, sprachen über die Zukunft der medizinischen Versorgung und deren Finanzierbarkeit. Moderiert wurde der Gesprächsabend von Josef Broukal.

Top-Medizin bedeutet für Stöger: "Prozesse so aufzusetzen, dass Medizin die Menschen erreicht. Österreich liegt hier sehr weit vorne - ist hier Spitzenreiter. Dennoch gibt es in einigen Bereichen Handlungsbedarf: Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen, gleicher Zugang zu gleicher Leistung z.B. Wartezeiten."

Zielinski zur Top-Medizin: "Wie man Top Medizin definiert, hängt davon ab, auf welchen Prinzipien ein Staat beruht. In Europa haben wir das Prinzip, dass jeder Zugang zu optimalen Therapien haben muss. Zugang zur Spitzenmedizin soll niederschwellig sein, soziale Positionierung darf sich nicht übersetzen in einem schlechteren medizinischen Outcome."

Spatz macht klar: "Der Zugang zu medizinischen Leistungen ("access") ist in Österreich einmalig. Zugang zu innovativen Therapien in der Onkologie ist singulär. Große Herausforderung in der Zukunft: Wie wird die Nachhaltigkeit, Finanzierung sichergestellt?"

Sevelda ergänzt: "Top Medizin ist nicht etwas was einige wenige Institutionen und Personen anbieten. Top Qualität in der Medizin ist eine unglaubliche Breite an hervorragender Ausbildung und Leistung, bedeutet flächendeckend zu wirken. Der kranke Mensch ist in Wien und Österreich grundsätzlich top versorgt. Top Medizin erfordert eine hohe Spezialisierung hier besteht die Gefahr, dass die Breite für den Erstkontakt verloren geht".

Für Müller ist Top Medizin: "Zugang zu Hochtechnologie; möglichst gute Versorgung für möglichst viele Patienten mit vorhandenen Ressourcen; Forschung integriert in die Spitzenmedizin".
Schwarz unterstreicht, dass, "Wien aufgrund der Dichte an Leistungsanbietern und des Ausstattungsniveaus hervorragend versorgt ist. Für ihn sind zukünftige Herausforderungen: "Pflegebereich, Inanspruchnahme von Vorsorgeleistungen z.B. Durchimpfungsrate, Gesundheitsökonomie- wirtschaftliches Handeln im Gesundheitsbereich".

Stöger zu Finanzierbarkeit von Forschung im Unibereich aus seinem eigenen Budget: Ist derzeit politisch nicht in Diskussion. "Mein Ziel ist es 2% meiner Gelder auch für Forschung zu verwenden." "Ich würde mir wünschen, dass sich die Universitäten auch anderen Zugängen für Forschung öffnen z.B. Public Health".
Ergänzend hierzu ein interessanter Vorschlag von Zielinski:
"Medizinischen Universitäten gehören aus dem Wissenschaftsbudget ausgelagert hin zum Gesundheitssystem. Medizin darf im Rahmen der Budgetierung und Verteilung von Forschungsgeldern nicht gleich behandelt werden mit Geisteswissenschaften, Sprachwissenschaften, etc. Benachteiligung der Wissenschaft schlägt sich nieder in einer Benachteiligung des individuellen Patienten".

Abschließend stellte Moderator Broukal die Frage, was geschehen müsste, dass Sie in 5 Jahren bei einer ähnlichen Diskussion sagen könnten: hier ist etwas geschehen, hier haben wir etwas geschafft?" Spatz betont hierbei: "Das große Potenzial zur Kosteneinsparung sind die Spitäler. Finanzierung aus einer Hand vom Hauptverband. Weg von Bund, Länder, Gebietskrankenkassen, unterschiedlichen Strömen, keiner hat eine Verantwortung - hin zu einem Ansatz mit zentraler Kontrolle".

Schwarz ist der Meinung, "Die Durchimpfungsraten zu verbessern, Vorsorgeuntersuchungen forcieren, Pflegebereich ausbauen:
arbeitsrechtliche Grundlagen schaffen, Qualitätsmanagementsysteme:
Effizienzpotentiale heben". Sevelda macht darauf aufmerksam, "das Auseinanderdriften von Wissenschaften und Grundversorgung wieder einzufangen. Dafür ist eine Durchlässigkeit der Systeme notwendig. Wissenschaft muss auf eine breitere Basis gestellt werden. Qualität der medizinischen Versorgung halten bzw. verbessern". Müller plädiert für "ausreichende Finanzierung der Medizinischen Universität Wien".

Zielinski macht klar, dass es um "Anerkennung von Outcomeanalysen und ihre Umsetzung in die Praxis" geht. Dazu "Exzellenzzentren definieren".

Stöger abschließend: "Ich stelle mir vor, dass es bis zum 31.12.2013 ein gemeinsames Spitalsgesetz gibt, dass alle Partner im Gesundheitswesen mittragen können." Mehr Transparenz: wie gehen wir mit dem Geld um? Qualität: bessere Ergebnisqualität im Gesundheitssystem, "Bevölkerung hat ein Recht auf medizinische Versorgung. Nur dort wo man in der Breite medizinische Versorgung auf hohem Niveau anbietet, kann man Spitzenleistung in der Top-Medizin generieren."

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Dr. Philipp Prattes, MBA, MSc
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