Flughafen Wien als Hub gefährdert: Wiener Wirtschaft alarmiert

AUA kündigt Strategiewechsel an - Jank: Politik muss Anbieter und Stakeholder an einen Tisch holen - Dichtes Flugnetz in CEE-Staaten und Hub-Funktion müssen erhalten bleiben

Wien (OTS) - "Ein Verlust der Hub-Funktion und der vielen Verbindungen in den CEE-Raum wäre für die Wirtschaft in Wien dramatisch", sagt Wirtschaftskammer Wien-Präsidentin Brigitte Jank. Nach der Ankündigung der AUA, die Strategie in Bezug auf Osteuropa zu ändern und das Geschäft mit Westeuropa und Übersee zu verstärken, bestehe nun dringender Handlungsbedarf der Politik. "Der Flughafen Wien muss als Drehscheibe für internationale Geschäftsreisen abgesichert werden. Die Politik ist aufgefordert, unverzüglich alle Anbieter und Stakeholder an einen Tisch zu holen, um dieses Ziel zu erreichen", so Jank. Der Staat habe für den Infrastrukturbereich Luft eine ebenso große Verantwortung wie für Schiene oder Straße und habe seine Zuständigkeit nun geltend zu machen. "Tausende Wiener Betriebe mit Geschäftsbeziehungen im CEE-Raum sind von diesen Verbindungen abhängig. Auch unsere Position als Headquarter-Standort steht am Spiel." Für den Wirtschaftsstandort Wien sei der Flughafen in seiner jetzigen Bedeutung ein Asset, auf das man nicht verzichten könne. "In dieser höchst sensiblen Frage ist jetzt politische Führung gefragt", sagt Jank.****

Dichtes Angebot wichtig für Wiener Headquarters
Wien ist das wirtschaftliche Zentrum Österreichs und erste Adresse für internationale Ansiedler und Headquarters innerhalb Österreichs. Im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte sieht sich Wien hier bereits seit längerem einer harten internationalen Konkurrenz ausgesetzt, denn aufstrebende Wirtschaftsstandorte wie Prag und Budapest werben ebenfalls höchst erfolgreich um Standortzusagen internationaler Konzerne. Mit dem Wegfall der Hub-Funktion und des dichten Flugnetzangebots verschärft sich die Situation dramatisch. In Wien sichern zur Zeit etwa 1400 ausländische Investoren 103.000 von rund 550.000 Arbeitsplätzen der gewerblichen Wirtschaft. Allein die rund 300 Headquarters mit konzernübergreifender Funktion beschäftigen in Wien fast 29.000 Menschen. Jank: "Für Headquarters ist Wien das Schaltzentrum für Aktivitäten im CEE-Raum. Ohne eine leistungsfähige Anbindung an Osteuropa geht unser wesentlichster Standortvorteil verloren, die Abwanderung in andere Städte mit besseren Verbindungen wäre damit vorprogrammiert." Wien könnte dadurch nicht nur im Flugverkehr zur Außenstelle Münchens werden, warnt Jank.

Wiener Außenhandel braucht starken Flughafen
Unverzichtbar sind die Ost-Destinationen aber auch für die Wiener Export-Unternehmen. So wird bereits ein Drittel des gesamten Wiener Exportumsatzes in den östlichen Nachbarländern erzielt, die Exporte in die GUS-Staaten haben sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt. "Das gesamte Wiener Außenhandelsvolumen zeigt, dass Wien einen starken Flughafen braucht, um weiterhin auf Erfolgskurs zu bleiben. Schließlich gehören Wiener Unternehmen zu den wichtigsten Kapitalgebern für osteuropäische Unternehmen", so Jank.

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