"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Heim an den Herd?"

Sind die Jungen reaktionär - oder einfach realistischer als die Meinungselite?

Wien (OTS) - Die am Montag präsentierte Jugendstudie hat die politische (und mediale) Elite ratlos zurückgelassen. 55 Prozent der Frauen - aber auch 34 Prozent der Männer! - würden gerne nur Haushalt und Kinder schupfen, wenn der Partner genug verdient. Politisch korrekt ist das nicht. "Opinion Leader" kokettieren ja eher damit, dass sie Sonntagabend von Garten, Hund und Kind die Nase schon so voll haben, dass sie sich nur noch auf den Job freuen. Aber ehrlich:
Was ist neurotischer? Und ist es nicht ziemlich pervers, dass "Heim an den Herd" für Jungeltern völlig "pfui", aber für die Generation 50 plus "hui" - also erstrebenswertes und politisch abgesegnetes (Frühpensionierungs-)Ziel ist? Da läuft etwas falsch - und die befragten Jungen sind wahrscheinlich realistischer als jene (oft kinderlosen) Politiker und Sozialpartner, die die lückenlose (Vollzeit-)Berufsbiografie zum Ideal erhoben haben.
85 Prozent der jungen Frauen wollen für Kinder eine Weile Teilzeit arbeiten. Schlimm? Aber was spricht dagegen, dass Frauen UND Männer für Betreuungspflichten, Ausbildung oder Nebenjob kürzertreten? Natürlich ist darüber hinaus auch der Ausbau öffentlicher Kinderbetreuung wichtig. Trotzdem eine ketzerische Frage: Hat nur noch aus der Familie ausgelagerte Betreuung Wert?

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