"Rapid-Seelsorger" Pelczar tief betroffen von Hooligan-Skandal

Spielfelderstürmung: "Ein paar Narren haben viele andere mitgerissen" - Verein und Polizei sollen harte Maßnahmen setzen -Auch gegen Bestechung konsequenter vorgehen

Wien, 24.05.11 (KAP) Tief betroffen vom Hooligan-Skandal im Wiener Hanappi-Stadion hat sich "Rapid-Seelsorger" Christoph Pelczar gezeigt. Dass erboste, gewaltbereite "Fans" beim Stand von 0:2 im Wiener Derby zwischen Rapid und der Wiener Austria das Spielfeld stürmten, Spieler der eigenen Mannschaft beschimpften und u.a. Feuerwerkskörper in den Sektor der Austria-Anhänger warfen, sei nicht akzeptabel und verlange klares Gegensteuern von Verein und Polizei, so Pelczar am Dienstag im Gespräch mit "Kathpress".

Er verwies auf jene wirksamen Maßnahmen, mit denen man in England das Hoologan-Problem gut in den Griff bekommen habe: Nicht nur Stadionverbote seien verhängt, auch empfindliche Geldstrafen für jene ausgesprochen worden, die auch nur einen Fuß über die weiße Linie des Spielfeldrandes gesetzt hätten. Es dürfe nicht dazu kommen, beim Fußball das Feld jenen zu überlassen, die nur ein Ventil für ihre Frustrationen und Aggressionen suchten, betonte der Pfarrer der niederösterreichischen Gemeinde Weikendorf, der sich seit mehreren Jahren als "Mentaltrainer" der Rapid-Jugend engagiert.

Die Eskalation am Sonntagnachmittag im Hanappi-Stadion erklärte Pelczar mit "Massenpsychologie": Einige wenige Gewaltbereite hätten viele andere in einem hochemotionalen Moment (Austria Wien hatte gerade das 2:0 erzielt) mitgerissen; diese hätten im "Wunsch, dazuzugehören", ihre Eigenverantwortung abgegeben. Der Geistliche übte Kritik an nachlässigen Kontrollen schon im Vorfeld des Wiener Derbys; dadurch sei es Fans der Rapid-"Ultras" wohl gelungen, gefährliche Gegenstände schon Tage vor dem Match in der eigenen Tribüne zu deponieren - Gegenstände, die dann zu bedrohlichen Wurfgeschoßen wurden.

Pelczar glaubt trotz des Skandalspiels nicht, dass speziell Rapid Wien ein Problem mit seinen Fans hat: "Es hat nur niemand sonst in Österreich so viele Anhänger."

Gegner darf nicht zum Hassobjekt werden

Der "Fußball-Pfarrer" hatte bei einer Generalaudienz im Vatikan erst vergangene Woche dem Papst ein grün-weißes Trikot des Wiener Traditionsclubs mit der Aufschrift "Benedikt XVI." überreicht. Pelczar habe dabei den Zusammenhalt der "Rapid-Familie" unterstrichen und auf die wertvolle erzieherische Funktion des Sports hingewiesen. Dass jetzt das Image des Vereins aus Wien-Hütteldorf wohl nachhaltig beschädigt ist, tue ihm sehr Leid, wie er beteuerte.

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