Zulehner: Katholische Soziallehre mahnt zur "Einheit der Menschheit"

Wiener Pastoraltheologe hielt Festrede bei Gedenkveranstaltung "120 Jahre 'Rerum Novarum'" im Parlament

Wien, 24.05.11 (KAP) Die bleibende Aktualität der Katholischen Soziallehre auch nach ihrer mittlerweile 120-jährigen Wirkungsgeschichte hat der Wiener Pastoraltheologe Paul M. Zulehner betont. Gerade angesichts globaler Krisen, die auch die zwischenmenschliche Solidarität auf eine harte Probe stellen, verdiene die große Vision der Katholischen Soziallehre von der "tiefen Einheit der ganzen Welt und darin der Menschheit" Respekt, so Zulehner bei einer Gedenkveranstaltung im Parlament. Anlass der Veranstaltung und des Festvortrages Zulehners war das 120-Jahr-Jubiläum der Enzyklika "Rerum Novarum" Papst Leos XIII., die den Grundstein für die Entfaltung der Katholischen Soziallehre darstellte.

Die Vision der Einheit der Menschheit, die sich laut Zulehner in allen kirchlichen Texten zur sozialen Frage wiederfinden lasse, habe eine auch heute noch aktuelle ethische Schlagseite, die für Gläubige wie Nichtgläubige gleichermaßen verbindlich sei: "Diese Einheit ist der Grund dafür, dass jede und jeder einer von uns ist. Das Leiden der anderen ist dann auch unser Leid. Diese tiefe Einheit kann jeder erfühlen, ganz gleich ob säkular, agnostisch, skeptisch, buddhistisch, muslimisch oder christlich." Die beiden Prinzipien der Soziallehre - Subsidiarität und Solidarität - seien nichts anderes als die Konkretion der Einsicht in die "sensible Balance zwischen Freiheit und Gerechtigkeit" und damit "zeitlose Prinzipien" für "alle, die um Freiheit und Gerechtigkeit ringen - also nicht nur Katholiken".

Keinen Zweifel ließ Zulehner daran, dass auch heute noch eine aus der Katholischen Soziallehre folgende Gesellschaftskritik notwendig sei: Die globalen Krisen, die eine kaum mehr zu kontrollierende Eigendynamik angenommen hätten, lassen zusehends den konkreten Menschen, aber auch die Idee vom Gemeinwohl verschwinden.

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