GLOBAL 2000: Bundesminister Mitterlehner muss bei Verbund Notbremse ziehen

UmweltschützerInnen fordern: Ökostromausbau darf nicht Fehlplanungen des Verbund geopfert werden

Wien (OTS) - In der aktuellen Ausgabe des "Trend" hat Verbundchef Anzengruber zugegeben, worauf UmweltschützerInnen schon lange hinweisen: Wird Ökostrom ausgebaut, ist das Gaskraftwerk Mellach bei Graz überflüssig und würde sich nicht rechnen. "Minister Mitterlehner muss jetzt als Eigentümervertreter beim Verbund die Notbremse ziehen. Er muss verhindern, dass der Verbund sein ökologisches und wirtschaftliches Grab schaufelt," fordert Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000. "Wir erwarten uns von Minister Mitterlehner jetzt eine klare Prioritätensetzung in Richtung Ökostrom. Wir befürchten, dass die E-Wirtschaft hinter den Kulissen ein ambitioniertes Ökostromgesetz verhindern will, um ihre Fehlinvestitionen zu kaschieren. Doch der Ökostromausbau darf nicht verhindert werden, nur weil der Verbund eine rückwärtsgewandte Investitionspolitik verfolgt," so Wahlmüller. "Konkret soll Minister Mitterlehner jetzt eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen und verhindern, dass in Mellach die zweite Mega-Gasturbine angeliefert wird, womit das Millionengrab komplett wäre. Stattdessen soll er ein taugliches Ökostromgesetz vorlegen," fordert Wahlmüller weiter.

UmweltschützerInnen haben schon seit langem darauf hingewiesen, dass das Gaskraftwerk in Mellach überdimensioniert ist. Das Kraftwerk würde soviel Strom produzieren wie zwei Drittel des gesamten steirischen Stromverbrauchs und ca. zwei Millionen Tonnen CO2 ausstoßen. Nur ein Bruchteil der Abwärme könnte genutzt werden. "Ineffizient, klimaschädlich und rückwärtsgewandt, so zeigt sich leider die Investitionspolitik des Verbund," kritisiert Wahlmüller. "Eine Milliarde Kapitalerhöhung hat der Verbund vergangenes Jahr von der öffentlichen Hand bekommen. Jetzt muss die Politik einschreiten und eine Kehrtwende in der Verbund-Investitionspolitik durchsetzen," so Wahlmüller abschließend.

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