Ferialjob - Arbeitsleben schnuppern, Taschengeld aufbessern

NÖGKK gibt Tipps zur Sozialversicherung für Ferialarbeiter, Praktikanten und Co.

St. Pölten (OTS) - Die Ferienzeit naht und viele Schüler und Studenten sind auf der Suche nach einem Ferialjob. Doch Vorsicht! Arbeit ist nicht gleich Arbeit - und schon gar nicht, wenn es um die Unterscheidung geht, ob es sich bei dem Sommerjob um ein Praktikum, eine Ferialarbeit oder ein Volontariat handelt. Hier gibt es einige bedeutende sozialversicherungsrechtliche Unterschiede.

In den überwiegenden Fällen wollen Schüler und Studenten in den Sommermonaten ihr Taschengeld aufbessern. Sie sind dann Ferialarbeiter bzw. Ferialangestellte, also Dienstnehmer im arbeits-und sozialversicherungsrechtlichen Sinn. Das heißt: Sie sind in dieser Zeit in einem Dienstverhältnis, zur persönlichen Arbeitsleistung verpflichtet, weisungsgebunden und müssen sich organisatorisch in den Betrieb eingliedern. Ferialarbeiter bzw. -angestellte sind wie alle anderen Arbeiter/Angestellte im Betrieb zu behandeln, haben Anspruch auf kollektivvertragliche Entlohnung sowie auf Sonderzahlungen, Urlaub und Entgeltfortzahlung im Krankenstand. Bei einem Entgelt über der Geringfügigkeitsgrenze (derzeit 374,02 Euro monatlich) sind sie kranken-, unfall-, pensions- und arbeitslosenversichert. Wird dieser Betrag nicht überschritten, sind sie nur unfallversichert. Um die Anmeldung zur Sozialversicherung muss sich der Dienstgeber kümmern.

Steht hingegen beim Sommerjob die Ausbildung im Vordergrund, handelt es sich um Praktikanten. Praktikanten sind in der Regel Schüler oder Studenten, die ein Pflichtpraktikum absolvieren, das von der Ausbildungseinrichtung vorgeschrieben wird und im Lehrplan/Studienplan definiert ist. Arbeitsrechtliche Ansprüche auf Entgelt, Urlaub etc. bestehen nicht. Derartige Pflichtpraktikanten unterliegen für die Dauer ihrer Tätigkeit automatisch der Schülerunfallversicherung. Erhalten sie vom Arbeitgeber ein freiwilliges "Taschengeld", gelten sie allerdings als Dienstnehmer und sind entsprechend zur Sozialversicherung zu melden. Übersteigt das Taschengeld die Geringfügigkeitsgrenze (derzeit Euro 374,02 monatlich), ist der Praktikant vollversichert (kranken-, unfall-, pensions- und arbeitslosenversichert). Ist dies nicht der Fall, ist lediglich eine Anmeldung zur Unfallversicherung nötig. Praktikanten im Gastgewerbe sind immer Dienstnehmer!

Volontäre wollen nach Absolvierung der einschlägigen Schulausbildung bzw. des Studiums in ihren zukünftigen Traumberuf hineinschnuppern. Ähnlich wie beim Pflichtpraktikum steht also der Ausbildungs- und Lernzweck im Vordergrund. Allerdings ist dies nicht verpflichtend durch eine Schule zu absolvieren, sondern erfolgt freiwillig. "Echte" Volontäre sind bei der AUVA an- und abzumelden. Wird "Taschengeld" bezahlt oder liegt ein "normales" Arbeitsverhältnis vor, sind allerdings auch sie als Dienstnehmer bei der GKK zu melden.

Für Fragen zum Versicherungsschutz beim Ferialjob steht Ihnen das NÖDIS-Telefonservice der NÖGKK unter 050899/7100 zur Verfügung. Weitere Infos gibt es auch im Internet unter www.noegkk.at.

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