Neues Volksblatt: "Fehler" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 19. Mai 2011

Linz (OTS) - Wie heißt es so schön: Wer arbeitet, macht Fehler, wer nicht arbeitet, macht keine Fehler. Klingt gut, ist aber falsch. Schon der Ansatz, zur Vermeidung von Fehlern nicht zu arbeiten, ist der große Denkfehler. Was kaum jemand bestreiten wird.
Auch Reformen sind Arbeit, äußerst notwendige Arbeit sogar. Und mühsam, wobei schon die Überzeugungsarbeit für die Notwendigkeit von Reformen oft eine Herkulesaufgabe ist. Manchmal hilft zum besseren Verständnis ein griffiger Vergleich: Greift Oberösterreich jetzt nicht in die Struktur der Spitalslandschaft ein, dann kostet das die Steuerzahler ab dem Jahr 2020 jeden Tag eine zusätzliche Euro-Million.
Dieses Geld kommt nicht von irgendwoher. Wird es nicht über Steuern oder sonstige Bürger-Beiträge aufgebracht, muss sich die so genannte öffentliche Hand verschulden. Was das in letzter Konsequenz bedeutet, lässt sich aus dem im Parlament beschlossenen Finanzrahmen ablesen. Von 75,5 Milliarden Euro Staatsausgaben im Jahr 2015 gehen fast zehn Milliarden nur für den Zinsendienst drauf, da ist noch gar kein Schulden-Euro zurückgezahlt.
Wer sich angesichts dieser dramatischen Entwicklung immer noch gegen Reformen sträubt, macht den Fehler- nicht jene, die an Reformen arbeiten.

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