Jarolim: Grosz/Stadler schießen mit strafrechtlichen Kanonen auf Spatzen

BZÖ will Opfer sexuellen Missbrauchs wegen einer Protestaktion gegen die Kirche anzeigen

Wien (OTS/SK) - SPÖ-Justizsprecher Jarolim hat wenig Verständnis für das Vorgehen der BZÖ-Abgeordneten Grosz und Stadler, die ein Opfer sexuellen Missbrauchs wegen einer Protestaktion gegen die Kirche anzeigen wollen. "Hier soll mit strafrechtlichen Kanonen auf Spatzen geschossen werden", so Jarolim. Empört zeigt sich Jarolim über den Vergleich mit NS-Propaganda. "Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell Vertreter des rechten Lagers derartige Vorwürfe erheben, um gegen politische Gegner zu polemisieren."****

Das "Begehungsverbot" für Priester mit unbeaufsichtigten Kindern sei juristisch nicht durchsetzbar, meinte Jarolim gegenüber dem SPÖ-Pressedienst, angesichts der langen Geschichte sexueller Übergriffe gegen Kinder und der schleppenden Aufarbeitung habe er aber durchaus Verständnis für die Protestaktion von Sepp Rothwangl, der selbst Betroffener sexueller Gewalt ist.

Von einer strafbaren Agitation gegen gläubige Christen könne jedenfalls keine Rede sein. "Der Vergleich mit der antisemitischen Hetze des NS-Regimes ist vollkommen deplatziert und geschmacklos." Ebenso wenig könne man den Protest eines Missbrauchsopfers mit den islamophoben Äußerungen von Susanne Winter, der früheren Parteikollegin von Stadler und Grosz, gleichsetzen. Deshalb sei es auch unangebracht, gegen Rothwangl mit einer strafrechtlichen Anzeige vorzugehen. "Auf scharf formulierte Kritik nur mit Polemik und strafrechtlichen Anzeigen zu antworten, wird sicherlich nicht zu einer Lösung der Problematik rund um die Missbrauchsvorwürfe beitragen", so Jarolim, der darauf verweist, dass die Diözese Graz-Seckau nicht mit der Aktion des BZÖ in Verbindung gebracht werden wolle.

"Hier wird in verwerflicher Weise versucht, auf dem Rücken eines Missbrauchsopfers politisches Kleingeld zu machen. Ich hätte mir anstelle dessen gewünscht, dass das BZÖ dabei behilflich gewesen wäre zu verhindern, dass ein ehemaliger BZÖ Wahlkandidat in Wr. Neustadt nach seiner rechtskräftigen Verurteilung wegen diverser Sexualdelikte nun neuerlich in massivsten Verdacht kommt, anstelle des Haftantritts sein Treiben gegenüber Minderjährigen und Kindern fortzusetzen", so Jarolim. (Schluss) up/mp

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