Glaser: Ja zu Biosprit-Beimischungsziel

Weder Atomkraft noch fossile Energie ist nachhaltig - Klimaschutz braucht realistische Lösungsansätze

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Ein klares Bekenntnis zum EU-Ziel, bis 2020 einen Anteil von zehn Prozent bei der Beimischung erneuerbarer Energieträger im Verkehrsbereich zu erreichen, legte ÖVP-Abg. Franz Glaser, ÖVP-Sprecher für Entwicklungszusammenarbeit, bei einer Diskussionsveranstaltung im Parlament ab. "Es gibt keine anderen Alternativen, um in absehbarer Zeit eine nennenswerte Senkung der CO2-Emissionen aus dem Verkehr zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern", sagte Glaser gestern, Dienstagabend.

Der Landwirtschaft komme dabei als Rohstofflieferant für Nahrungsmittel, Energie und Grundstoffe vieler anderer Produkte eine Schlüsselrolle zu. "In Österreich und anderen Ländern Mittel- und Osteuropas gibt es noch genug unbewirtschaftete Flächen, die zur Produktion genutzt werden können", so Glaser. Bei einer kohärenten Landwirtschafts- und Umweltpolitik und entsprechendem technologischen Fortschritt werde dabei kein Bereich zu kurz kommen.

Für die Produktion pflanzlicher Treibstoffe sollen jedenfalls Effizienz- und Nachhaltigkeitskriterien gelten. "Es darf nicht sein, dass dadurch in Entwicklungsländern die Lebensgrundlagen von Menschen beschnitten werden", betonte Glaser. "In vielen Ländern Afrikas beispielsweise haben Bauern keinen Rechtstitel auf das von ihnen bewirtschaftete Land. Ohne Bodenreform bleibt es für ausländische Interessenten in solchen Fällen einfach, große Flächen für die Biospritproduktion zu kaufen oder zu pachten, ohne auf die Interessen der ansässigen Bauern einzugehen."

Die verantwortungsvolle, aber forcierte Nutzung von pflanzlichen Treibstoffen sei jedenfalls ein Lösungsansatz im Sinne einer kohärenten Agrar-, Umwelt- und Entwicklungspolitik. "Sie vermeidet den Export von Agrarüberschüssen, sie verringert Sojaimporte für den Futtermittelbedarf und sie trägt zur wirtschaftlichen Existenzsicherung bei", sagte Glaser.

Grundsätzlich führe im Klimaschutz kein Weg an der Forcierung erneuerbarer Energieträger vorbei. "Öl- und Atomkatastrophen führen uns regelmäßig vor Augen, dass fossile und nukleare Energien keine Lösungen für die Zukunft sind. Nur Energie, die die Sonne liefert, ist eine nachhaltige und realistisch nutzbare Lösung. Man darf nicht vergessen, dass der Klimawandel auch Schäden für die Landwirtschaft selbst verursacht: Der Verlust von Ackerflächen durch den Anstieg des Meeresspiegels oder die Ausbreitung von Wüsten würde die ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln erst recht weiter erschweren", fügte Glaser abschließend hinzu.
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