VSStÖ-Spitzenkandidatin Gruber: Eine starke ÖH muss Politik und Service vereinen

Für Orientierungsphasen im Studium, garantierte Master-Plätze und Ausbau des Beihilfensystems

Wien (OTS/SK) - Service und Politik schließen sich nicht gegenseitig aus, eine starke ÖH muss in beiden Bereichen aktiv sein. Das bekräftigte Angelika Gruber, Spitzenkandidatin des VSStÖ (Verband sozialistischer Student_innen Österreichs) für die kommenden ÖH-Wahlen, bei einer Diskussion des Republikanischen Clubs unter der Moderation von SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz am Dienstag. "Die ÖH ist dann gut, wenn sie beides verbinden kann", sagte Gruber. Sie forderte Orientierungsphasen im und vor dem Studium, einen Ausbau des Beihilfensystems, garantierte Plätze im Masterstudium sowie Bewegung bei der Ausfinanzierung der Universitäten, um zwei Prozent des BIP zu erreichen. ****

Der VSStÖ legt seinen hochschulpolitischen Schwerpunkt auf finanzielle Forderungen, um die Situation der Studierenden zu verbessern. "Internationale Vergleiche zeigen, dass wir zu wenig Studienanfänger_innen und Akademiker_innen haben", so Gruber. Deshalb sei es umso notwendiger, Studierende finanziell zu unterstützen. Es könne nicht sein, dass die Höchststudienbeihilfe derzeit deutlich unter der Mindestsicherung und der Armutsgrenze liegt. Aus diesem Grund fordert der VSStÖ kurzfristig eine Anhebung der Höchststudienbeihilfe auf 800 Euro und die Einführung einer Grundsicherung in der Höhe von 250 Euro für Studierende unabhängig vom Alter. "Die Hälfte der Leute aus sozial schwachen Schichten bekommt keine Studienbeihilfe", insgesamt bekommen nur 18 Prozent der Studierenden Studienbeihilfe, so Gruber. Dies müsse verhindert werden. "Setzen wir uns für mehr Studierende ein, nicht für weniger", gab sich Gruber kämpferisch.

Im Sinne einer Anhebung der Studierendenzahlen seien auch Zugangsbeschränkungen der gänzlich falsche Weg. "Zugangsbeschränkungen sind eine gesellschaftspolitische Frage", so Gruber. Die ÖH müsse daher allgemeinpolitische Forderungen stellen und für das Prinzip der freien Bildung kämpfen. "Für mich ist Bildung ein öffentliches Gut", betonte Gruber. Eingangsprüfungen wie beim Medizinstudium haben sich als sozial selektiv herausgestellt. Die Unis müssen ausfinanziert werden, nicht die Studierendenzahlen beschränkt werden. Einen besonderen Schwerpunkt legt der VSStÖ auf den freien Zugang zu Masterstudien. "Wir brauchen eine Garantie auf Master-Plätze", sagte Gruber. Es dürfe sich hier kein Zwei-Klassen-System entwickeln, bei dem verstärkt sozial Schwächere und Frauen auf der Strecke bleiben.

Um Massenstudien zu entlasten, möchte der VSStÖ das Beratungsangebot an Schulen verbessern und ein Orientierungssemester etablieren, bei dem Studierende mehrere Studienrichtungen austesten können, ohne dass sich daraus Nachteile bei den Beihilfen ergeben. "Gerade in der Schule ist es wichtig, das Beratungsangebot weiter auszubauen", bekräftigte Gruber. Angehende Studierende sollen so einen breiteren Überblick über Studienmöglichkeiten erhalten.

Nach den in der vergangenen Exekutive erfolgreich umgesetzten Projekten (Auszeichnungssystem für faire Praktika, Sozialrechts-Wiki) stellte der VSStÖ auch konkrete Projekte für die nächsten zwei Jahre vor. Bei der Beratung soll ein Versicherungsschwerpunkt gesetzt werden und das Praktika-Projekt, bei dem Studierende ihre Erfahrungen bei verschiedenen Arbeitsmöglichkeiten austauschen und bewerten können, soll ausgeweitet werden. (Schluss) pep/mb

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