Zur Krise in DDr.-Wagner-Reha-Kliniken: AKNÖ bestätigt ORF-Beitrag - zahlreiche Beschwerden

Belegschaft wendet sich "in Verzweiflung" an den Bundespräsidenten

Wien (OTS/AKNö) - Der Niederösterreichischen Arbeiterkammer wurden in den vergangenen Wochen zahlreiche vertrauliche Unterlagen von ehemaligen MitarbeiterInnen und PatientInnen der DDr.-Wagner-Reha-Kliniken aus ganz Österreich zugespielt. "Ja, es gibt offenbar zahlreiche Missstände sowohl im Umgang mit dem Personal als auch mit PatientInnen", bestätigte AKNÖ-Vizepräsidentin Brigitte Adler den Beitrag im ORF-Report von gestern, Dienstag.

Allein in der Bezirksstelle Mödling ist ein Arbeitsrechtsexperte seit Monaten nur mit der Aufarbeitung von arbeitsrechtlichen Misständen aus einem der DDr.-Wagner-Häuser beschäftigt. Noch nie hat es im Bezirk Mödling so viele fehlerhafte Lohnabrechnungen aus einem einzigen Unternehmen gegeben. In einem Fall musste jetzt Klage beim Arbeitsgericht eingebracht werden. Auch für Beschäftigte im DDr.-Wagner-Haus "Raxblick" wurde bereits erfolgreich gegen gravierende Unterbezahlung geklagt.

Belegschaft wendet sich in Aufsehen erregendem Brief an den Bundespräsidenten

Die BetriebsrätInnen des Waldsanatoriums Perchtoldsdorf wandten sich "in Verzweiflung" in einem Schreiben an führende Politiker, auch an den Bundespräsidenten. "Es fehlt an allen Ecken und Enden an Hilfsmaterial für neurologische PatientInnen. TherapeutInnen mussten private Arbeitsmittel von zu Hause mitbringen. Wir haben den Eindruck, dass es nicht um die Genesung der PatientInnen sondern um Geld geht." Die DDr.-Wagner-Gruppe ist der größte Betreiber von privaten Reha-Einrichtungen und bekommt von der Pensionsversicherungsanstalt für rund 17.000 PatientInnen jährlich ca. 33 Millionen Euro überwiesen.

Gesundheitsbranche darf nicht zum Selbstbedienungsladen für private Anbieter und zum Lohndumping-Sektor für die MitarbeiterInnen werden

Für einige private Kurhotels gibt es derzeit keinen Kollektivvertrag. "Dies wird als Einfallstor für einen neuen Niedriglohnsektor ausgenützt", warnt AKNÖ-Vizepräsidentin Brigitte Adler. Gleichzeitig fließen zig Millionen aus der öffentlichen Sozialversicherung in private Reha-Kliniken.

Die Niederösterreichische Arbeiterkammer regt daher einen "Runden Tisch" zur Verbesserung der arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen mit dem Sozialministerium und den beteiligten Sozialpartnern an.

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