EGB-Kongress: Mehr Frauen in Führungspositionen

ÖGB-Ruprecht: "Gleichstellung in der Krise nicht aus den Augen verlieren"

Athen (OTS/ÖGB) - "Gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten darf
die 'Gender - Dimension' nicht aus den Augen verloren werden", forderte ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende Brigitte Ruprecht gestern beim EGB-Kongress. Die Entwicklung in der EU, Löhne in einem Wettbewerb nach "unten" drücken zu wollen, würde die Existenz vieler Arbeitnehmerinnen im Niedriglohnsektor noch weiter bedrohen. "Es gibt immer mehr prekäre Arbeitsplätze und sinkende Vollzeitstellen -Frauen bekommen aktuell die Auswirkungen der Krise besonders stark zu spüren", warnte Ruprecht in ihrer Rede.++++

Schon vor der Krise seien die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern am Arbeitsmarkt erheblich gewesen: "Der Einkommensunterschied beträgt in Europa nach wie vor 18 Prozent", so die ÖGB-Frauenvorsitzende weiter. Chancengleichheit am Arbeitsmarkt heißt auch, dass Frauen die wirtschaftliche und politische Mitbestimmung ermöglicht werden muss. Ruprecht: "Der Vorstoß von EU-Kommissarin Viviane Reding, die Einführung eines EU-Rechtsinstruments für verpflichtende Frauenquoten in Aufsichtsräten zu erwägen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Mit Freiwilligkeit kommen wir nicht weiter, wir brauchen verbindliche Regeln." Bei der Eröffnung des EGB-Kongresses am 16. Mai betonte auch Reding, dass Gleichstellung eine gesellschaftliche und wirtschaftspolitische Notwendigkeit ist. Mittlerweile stünde außer Frage, dass sich Frauen aufgrund ihrer Qualifikation bestens für Entscheidungspositionen eignen, aber auch ein anderes Risikoverhalten haben als Männer, bekräftigte ÖGB-Frauenvorsitzende Ruprecht. "Studien belegen, dass jene Firmen den Crash am besten überstanden haben, deren Führungsetagen weiblicher waren."

Künftig Frau an neuer EGB-Spitze

"Daher müssen wir gemeinsam mit dem neuen, mehrheitlich weiblichen EGB-Führungsteam künftig mit mehr Nachdruck dafür sorgen, dass die Gleichstellung in allen Bereichen zur Selbstverständlichkeit wird", appellierte Ruprecht an die Delegierten des Kongresses in Athen. Mit Bernadette Ségol wird künftig erstmals eine Frau an der Spitze des EGB stehen. Damit werden sowohl der Europäische wie auch der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) von Frauen geleitet. An der Spitze des IGB steht seit einem Jahr Generalsekretärin Sharan Burrow.

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