Gleichmäßige Verteilung des Flugverkehrs belastet Steuerzahler unnötig und überproportional!

Einlösen der Versprechen der Wiener Umweltstadträtin Sima zur Flugroute über Liesing wäre auch im Interesse der Allgemeinheit!

Wien (OTS) - Verteilt man den Flugverkehr auf möglichst viele Flugrouten, so ist das vielleicht im Interesse der Flugverkehrslobby, nicht aber im Interesse des Steuerzahlers. Denn entgegen anders lautenden Behauptungen gibt es keinen Grenzwert unter dem Fluglärm nicht mehr gesundheitsschädlich ist. Vielmehr weisen aktuelle Studien darauf hin, dass bereits 30 Abflüge pro Tag zu einer überproportional starken Steigerung der Gesundheitsbelastung führen (Abbildung "Erhöhung des Gesundheitsrisikos pro Überflug"). Dieses Ergebnis ist auch an Hand der Störwirkung, die bereits ein einzelner Weckflug pro Tag auslöst, leicht nachvollziehbar.

Die Verlagerung von Flugverkehr von stark betroffenem, aber dünn besiedeltem Gebiet auf vorher nicht betroffenes, aber dicht besiedeltes Gebiet, führt daher zu einer überproportionalen Mehrbelastung des Steuerzahlers. Eine Beispielrechnung zeigt, dass einer geringfügigen Entlastung eine 100fach höhere Mehrbelastung des Steuerzahlers entgegensteht (Abbildung "Modellrechnung Fluglärmumverteilung"). Dass diese nicht vernachlässigbar ist, zeigt eine Abschätzung der Gesundheitskosten, welche der Allgemeinheit z.B. durch die Flugroute über Liesing entstehen. Diese bewegen sich alleine für die zusätzlichen Schlaganfälle im Bereich von rund 4 Millionen Euro pro Jahr.

Diskussionen über die Einhaltung von Prozentsätzen eines in absoluten Zahlen steigenden Flugverkehrs, wie sie zwischen dem Flugverkehrslobbyisten Valentin und der Austro Control gerne geführt werden, gehen daher am eigentlichen Problem vorbei. Denn den vom Fluglärm betroffenen Menschen hilft es leider vergleichsweise wenig, wenn statt 15 dröhnender Starts nach 20 Uhr für einige Zeit nur noch 12 dieser Überflüge stattfinden. Der erholsame Abend ist so oder so durch gesundheitsschädlichen Stress ersetzt worden.

Zur Flugroute die 2004 überfallsartig auf das dicht besiedelte Liesing verlegt wurde, gibt es nach Aussagen von Piloten genügend Alternativen, die über weitgehend unbesiedeltes Gebiet verlaufen (Abbildung "Bevölkerungsdichtekarte und Abflüge nach Nordwesten"). Daher sollte die "Schönwetterflugroute" über Liesing, die auch dem Sinn der Luftverkehrsregeln nach Schutz dicht besiedelter Gebiete widerspricht, so schnell als möglich wieder eingestellt werden.

Für die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima bieten daher die Verhandlungen mit der Austro Control über neue An- und Abflugrouten nicht nur die Chance, ihre gegenüber den Liesingern und Hietzingern abgegebenen Versprechen endlich in die Tat umzusetzen, sie könnte auch zur Einsparung unnötiger Gesundheitskosten beitragen.

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