Seniorenmobilität: Der Zukunft auf der Spur

Neue Studie MOTION55+ entwickelt Mobilitäts-Szenarien für Menschen in der 2.Lebenshälfte - KFV zeigt auf, wie ältere Menschen auch am Land länger mobil bleiben können.

Wien (OTS) - Das Auto bleibt auch im Alter das bevorzugte Verkehrsmittel - zumindest, solange es die Gesundheit erlaubt. Gemeinden und Städte könnten aber viel tun, damit der Umstieg vom eigenen Fahrzeug auf gemeinschaftlich genutzte Transportmittel in Zukunft leichter fällt. Sammeltaxis und flexibel einsetzbare Multi-Busse, die auch von Menschen mit Beeinträchtigungen bestiegen werden können, könnten ältere Menschen am Land unterstützen. Das ergab eine Studie des KFV (Kuratoriums für Verkehrssicherheit), die in Kooperation mit dem Fachbereich Verkehrssystemplanung der Technischen Universität Wien und Herry Consult, gefördert vom BMVIT, durchgeführt wurde. "Die Mobilität von Menschen in der zweiten Lebenshälfte ist ein wichtiges Thema. Die Lebenserwartung in Österreich steigt jährlich an und liegt jetzt durchschnittlich bei 77,7 Jahre für Männer und bei 83,2 Jahre für Frauen. Damit verbunden ist auch ein gesteigertes Mobilitätsaufkommen: Je länger die Menschen leben, desto länger sind sie auch unterwegs. Um auf die Herausforderung der Erhaltung der Mobilität richtig reagieren zu können, ist es wichtig, richtige Lösungen zu finden, um die aktive Teilnahme am Verkehr so lange wie möglich zu gewährleisten" erklärt Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Prävention im KFV.

Ländliche Infrastruktur ist derzeit sehr auf Pkw ausgerichtet

Befragungen, Telefoninterviews und ExpertInnengespräche ergaben im Projekt MOTION55+ ein detailliertes Bild, wie sich ältere Menschen am Land fortbewegen. Dabei zeigte sich, dass das eigene Auto unter anderem deshalb das liebste Fortbewegungsmittel bleibt, weil sich damit nach wie vor am unkompliziertesten Einkäufe und Termine erledigen lassen. Das Fahrrad beschrieben BewohnerInnen des ländlichen Raums, die zum Zeitpunkt der Befragung älter als 55 Jahre waren, in erster Linie als Sportgerät, zu Fuß lassen sich lange Wege nicht bewältigen bzw. sei "der Straßenverkehr zu gefährlich". Hinsichtlich des öffentlichen Verkehrs zeigten sich die Menschen unzufrieden mit der Frequenz und den Verbindungen sowie der schlechten Zugänglichkeit von Bus und Bahn. Spezielle Rufdienste waren zwar vielen Interviewten bekannt, sie wurden aber kaum genutzt, weil sie u. a. als "zu unsicher" und "kompliziert" eingestuft wurden.

Gemeindebezogene Mobilitätslösungen sind gefragt

Genau hier sollten aber Gemeinden und Städte ansetzen, um ihren - in Zukunft immer zahlreicheren - älteren BewohnerInnen innovative Möglichkeiten zu bieten. Das Bereitstellen von Gemeindetaxis und Kleinbussen, die auch Rollator-FahrerInnen nutzen können, gehört zu den zentralen Empfehlungen des Szenarienkatalogs, der im Rahmen des Projekts erarbeitet wurde. Regionaltickets, mit denen man den öffentlichen Verkehr flexibler nutzen kann, stellten sich ebenfalls als wesentlich heraus. Radfahren und zu Fuß gehen sollten nicht mehr nur als "Hobby" betrachtet werden, sondern "wieder" gezielt in die Bewältigung von alltäglichen Wegen einbezogen werden. Gemeinden, die in Maßnahmen und Angebote investieren, um Mobilität auch im Alter zu ermöglichen, bleiben nicht nur attraktive Wohnorte für ältere Menschen, sondern könnten sogar junge Familien dazu motivieren, ihren Lebensmittelpunkt am Land zu suchen.

KFV bietet Beratung für Gemeinden und Planer

Weitere Maßnahmen des neuen Mobilitäts-Szenarienkatalogs und Beratung zu dessen Umsetzung bietet das KFV in jedem Bundesland Österreichs. Gerne beraten die MitarbeiterInnen des KFV in den jeweiligen Landesstellen bei einem Mobilitätscheck die einzelnen Gemeinden.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Johanna Karner
Leitung Pressestelle KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit),
Tel.: 05 77 0 77 - 1903, 0664 333 82 13, E-Mail: johanna.karner@kfv.at

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