"Das ganze Interview" am 21. Mai auf TW1: Gerhard Roth spricht über sein Opus Magnum

In entspannter Atmosphäre plaudert Katja Gasser mit dem Schriftsteller über seine gigantischen Romanzyklen, das Älterwerden und jene Dinge, die ihn ärgern.

Wien (OTS) - Ein epochales Meisterwerk. Es hat im Jahr 1980 mit
dem siebenbändigen Zyklus "Archive des Schweigens" begonnen und ging ebenso imposant mit Gerhard Roths zweiter literarischer Reihe aus sieben Bänden unter dem Titel "Orkus" weiter. Mit "Orkus. Reise zu den Toten" setzt der Schriftsteller seinem Doppelzyklus nun ein Ende. Nach 31 Jahren, 15 Bänden und mehr als 5.500 Seiten versperrt er sich jeglichen Weg zurück und lässt die Protagonisten der vorhergehenden Romane sterben. In seinem letzten Werk treffen die Lebenden und Gestorbenen aufeinander und man begegnet fiktionalen Charakteren ebenso wie Persönlichkeiten der Zeitgeschichte.

Wie u.a. Elias Canetti, Thomas Bernhard und Helmut Qualtinger dazu beitragen, Roths Werk zu vollenden, verrät der Schriftsteller im Gespräch mit Katja Gasser. Sie hat Gerhard Roth im Café Phil in der Wiener Gumpendorfer Straße getroffen und mit ihm über sein Opus Magnum geplaudert. Auf die Frage, was sich in den letzten 30 Jahren, in denen er sich diesen gigantischen Zyklen gewidmet hat, verändert habe, gibt es eine klare Antwort: "Ich bin älter geworden - physisch als auch psychisch." Nun könne er wieder von vorne beginnen - es werde ein weiteres Buch von ihm geben, allerdings keinen Zyklus mehr. Denn dafür sei sein Lebensalter schon zu hoch.

Seinen schlechten Eigenschaften steht er offen gegenüber: "Man darf sie nicht leugnen, sondern muss versuchen, etwas dagegen zu unternehmen." Im Gespräch äußert er sich u.a. über Tschernobyl und Fukushima sowie über seinen Ärger darüber: "Das Denken, in dem wir derzeit zu Hause sind" entspricht nicht seinen Vorstellungen.

Zudem verrät Gerhard Roth, dass er sich mehr für den "Brainstream" als den Mainstream interessiere: "Ich bin prinzipiell nicht gegen den Mainstream, aber manches geht mir schon auf die Nerven." Mehr darüber und warum Gerhard Roth kein Mitglied einer Partei oder einer anderen Institution sein möchte, erfahren Sie am 21. Mai um 22:45 Uhr auf TW1.

Kurzbiographie Gerhard Roth

Gerhard Roth wurde am 24. Juni 1942 in Graz geboren, studierte Medizin und lebt seit 1976 als freier Schriftsteller. Als Erzähler, Dramatiker und Essayist meldet er sich immer wieder kritisch zur österreichischen Vergangenheit und Gegenwart zu Wort wie etwa im Romanzyklus "Die Archive des Schweigens". Die 2007 erschienene Autobiografie "Das Alphabet der Zeit" ist das Ergebnis einer Spurensuche in seiner eigener Familienchronik. Der mehrfach ausgezeichnete Literat zählt nicht nur zu den wichtigsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart, sondern ist ebenso ein viel beschäftigter Drehbuchautor.

"Das ganze Interview"
Das ausführliche Interviewsendeformat auf TW1. Ziel dieser TW1-Gesprächssendung ist es, dem interessierten Fachpublikum, Interviews, die von Korrespondenten, Redakteuren und Journalisten von TW1 und ORF geführt wurden, ergänzend und in voller Länge anzubieten.

Sendezeiten:
"Das ganze Interview" mit Gerhard Roth:
Erstausstrahlung: Sa, 21. Mai 2011 um 22:45-23:15 Uhr
Weitere Ausstrahlungen: So, 22.5.2011 um 12:30-13:00 Uhr und 19:25-19:55 Uhr

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