"KURIER"-Kommentar von Daniela Kittner: "Nicht nur blöd"

Mit der Griechenland-Krise ist Europa wieder im Zentrum der Innenpolitik.

Wien (OTS) - Milliardengrab Euroland. Österreichische Leistungsträger zahlen für die Pleitegriechen. Warum kehren wir nicht zum Schilling zurück? So tönte die FPÖ gestern im Parlament. Die Griechenland-Krise bietet wahrhaftig Stoff für platten Populismus. Und Strache nutzt die Gelegenheit, aus der Milliardenhilfe parteipolitischen Profit zu ziehen.
Trotz allem bringt die Propaganda-Schlacht der Blauen nicht nur Blödes: Damit ist die Europapolitik endlich wieder dort angekommen, wo sie hingehört, nämlich in die Innenpolitik. Denn gegen diesen Holzhammer-Populismus hilft nur eines: erklären, erklären, erklären. Österreichs Entscheidungsträger können sich nicht mehr in ihren EU-Räten verschanzen, sondern müssen ausrücken und kommunizieren, warum das, was sie tun, das Richtige ist - im Sinne unserer Arbeitsplätze und unseres exportgetriebenen Wirtschaftswachstums. Das ist mühsam, zugegeben, aber das einzige Rezept. Bankdirektor Andreas Treichl könnte einmal versuchen, in einer Wählerversammlung Applaus für ein Banken- paket zu bekommen, anstatt jene Politiker, die dafür geradestehen, pauschal als "blöd" zu beschimpfen. Bei der nächsten Bankenhilfe sagen die dann vielleicht wirklich: Wir sind ja nicht blöd, Mann.

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