Sicherheit auf Eisenbahnkreuzungen: Schulungen und Kontrollen statt ineffizienter Investitionen!

Fachverband der Schienenbahnen lehnt Entwurf zur Eisenbahnkreuzungsverordnung ab

Wien (OTS/PWK348) - Der Fachverband der Schienenbahnen lehnt
den Entwurf zur Eisenbahnkreuzungsverordnung ab. "Der Anteil des Unfallgeschehens auf Eisenbahnkreuzungen beträgt etwa 0,2 % am Gesamtunfallgeschehen im Straßenverkehr. Selbstverständlich unterstützen wir die Bemühungen des BMVIT, die Eisenbahn als sichersten Verkehrsträger noch sicherer zu machen, dies wird aber durch diese Novelle nicht erreicht werden", erklärt Fachverbandsobmann Thomas Scheiber.

Der neue Entwurf für die Eisenbahnkreuzungsverordnung fordert mehr Eisenbahnkreuzungen mit technischer Sicherung. Scheiber: "Dies macht enorme Investitionen nötig, unseren Schätzungen zufolge fallen Kosten von rund einer halben Milliarde Euro an. Solche Summen können die Eisenbahnunternehmen nicht aufbringen."

Nach dem Gießkannenprinzip Rotlicht oder Schranken zu verteilen, sei der falsche Weg, wenn es darum geht, mehr Sicherheit zu gewährleisten. Wesentlich sinnvoller und weniger kostenintensiv wäre es, den Sicherheitsempfehlungen der unabhängigen Unfalluntersuchungsstelle des BMVIT zu folgen, hält der Fachverbandsobmann fest. Diese empfiehlt nämlich seit Jahren, die Ausbildungsinhalte für den Erwerb der Lenkerberechtigung anzupassen, die Verkehrsteilnehmer besser über die Gefahren von Eisenbahnkreuzungen zu informieren und die Einhaltung der Verkehrsregeln zu kontrollieren - etwa durch den Einsatz von Rotlicht-Überwachungseinrichtungen und Schwerpunktaktionen der Exekutive direkt vor Ort bei den Eisenbahnkreuzungen.

Jedes Jahr zeigt die Unfallstatistik der Bundesanstalt für Verkehr, dass an Eisenbahnkreuzungen ohne technische Sicherung (z.B. durch Stopptafel, Andreaskreuz oder Pfeifen) im Verhältnis zur Gesamtzahl deutlich weniger Unfälle passieren als auf Kreuzungen, die durch Rotlicht oder Schranken gesichert sind. 2009 waren dies um 13 % weniger, im Jahr 2010 sogar um 27 % weniger Unfälle.

Scheiber weiter: "Wir stimmen dem Ministerium zu, dass es in Österreich zu viele Eisenbahnkreuzungen gibt. Leider zieht das Ministerium daraus aber die falschen Schlüsse: Nicht die Aufrüstung von Eisenbahnsicherungsanlagen ist die Lösung des Problems, sondern die Auflassung oder zumindest Bündelung von Eisenbahnkreuzungen - wie es auch die ministeriumseigene Unfalluntersuchungsstelle empfiehlt". (PM)

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Fachverband der Schienenbahnen
Mag. Robert Woppel
Tel: 05 90 900-3165
E-Mail: schienenbahnen@wko.at

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