Bayr: Erschreckender Anstieg von illegalem Elfenbeinhandel - Washingtoner Artenschutzübereinkommen nicht weiter aufweichen

Interessen von Mensch und Umwelt müssen Hand in Hand gehen -Ausbeutung von Wildtieren als "natürliche Ressource" stoppen

Wien (OTS/SK) - Die in einem offenen Brief an Umweltminister Nikolaus Berlakovich geäußerte Kritik zahlreicher Tierschutzorganisationen nimmt Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Umwelt und Globale Entwicklung zum Anlass, um eindringlich vor einer weiteren Aufweichung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, insbesondere beim Elfenbeinhandel, zu warnen: "Die Zunahme des beschlagnahmten illegalen Elfenbeins in den letzten Jahren ist erschreckend. Zollbehörden stellten weltweit allein im Jahr 2009 mehr als 16 Tonnen Elefantenelfenbein sicher, aber das ist nur ein Bruchteil des illegal gehandelten. Außerdem häufen sich die Aufgriffe großer Mengen, ein Indiz für die zunehmende Beteiligung gut organisierter Kartelle", sagte Bayr am Dienstag im Gespräch mit dem SPÖ-Pressedienst. ****

Anlässlich eines Fachsymposiums zum Thema "Artenschutz und Armutsbekämpfung", das diese Woche in Wien stattfindet, hatten namhafte internationale Tierschutzorganisationen die restriktive Einladungspolitik des Ministers und die Auswahl der Referentinnen und Referenten kritisiert. Der Fokus der Konferenz auf die Kommerzialisierung und Ausbeutung der Wildtiere als neue "natürliche Ressource" sei, so Bayr "wenig dazu geeignet zukünftig eine menschengerechte und gesunde Umwelt zu fördern". Die Interessen von Mensch und Umwelt sollten stattdessen "Hand in Hand" gehen. Anhand der Elefanten erkenne man sehr gut, wie das aktuell nicht (mehr) funktioniere.

Laut IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) bedroht der aktuelle Umfang der Wilderei insbesondere die kleinen Elefantenbestände West-und Zentralafrikas. Lebten beispielsweise im Zakouma Nationalpark im Tschad 2005 noch etwa 3.885 Elefanten, waren es 2009, nachdem 2007 die CITES-Mitgliedsstaaten mehrheitlich den Verkauf von Elfenbein-Lagerbeständen genehmigt hatten, nur noch 617 Elefanten.

Bereits Ende der 80er-Jahre hatten Wilderer die Elefantenbestände der Welt schon ein Mal nahezu ausgelöscht. Ein internationaler Aufschrei führte endlich 1989 zu einem Handelsverbot von Elfenbein. Dadurch konnten sich einzelne Populationen erholen. In den letzten Jahren hat die Wilderei jedoch wieder dramatisch zugenommen. "Ein wesentlicher Grund dafür ist die Lockerung des internationalen Handelsverbots", sagte Bayr.

"Die zunehmende Einschränkung und Zerstückelung der Elefantenlebensräume bringt zusätzliche Bedrohungen für die grauen Riesen mit sich. Die zum Teil kleinen Bestände leben isoliert voneinander, ein genetischer Austausch ist nicht möglich. Traditionelle Wanderrouten werden abgeschnitten, sich ausbreitende landwirtschaftliche Nutzflächen dringen immer weiter in die angestammten Gebiete der Elefanten vor", so Bayr. Konflikte zwischen Menschen und Elefanten seien somit programmiert. Lösungen hierfür seien vor allem in einem besseren Flächenmanagement zu suchen, und nicht etwa in einer Bestandsregulierung durch Abschuss.

Petra Bayr unterstützt daher die Forderung des IFAW, sowie verschiedener Wissenschafter und Umweltschützer nach grenzüberschreitenden Wildtier-Wanderkorridoren, so genannten "Megaparks für Metapopulationen" im Zuge des African Elephant Action Plan. Solche Lösungen würden in einigen Regionen in Südafrika bereits erfolgreich angewendet. (Schluss) sv/mp

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0011